# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S74 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 74 — von dieſer Sache bei allen ſehe. Die Ausdrücke ſind in einer Beziehung ſo, in anderer ſo. Aber ich habe nur dieſe Lehre vorgefunden, was ich auch geleſen habe. — Nun ſagt Dr. Walther, daß ich mich beklagt habe, daß er fürchterlich losgegangen iſt auf mich. Habe ich das gethan, ſo weiß ich es gar nicht. Ich bin mir das gar nicht bewußt. Und würde Herr Dr. Walther fürchterlich gegen mein Fleiſch losfahren, würde ich dankbar ſein.“ Der Vorſitzer warf hier die Bemerkung ein: „Alle ſolche Zwiſchen⸗ bemerkungen gehören nicht zur Sache. Die Sache, welche vorliegt, iſt der Vorſchlag des Komiteeberichtes und hierüber haben Sie Ausſtellungen zu machen. Dabei ſollte man nun auch bleiben, und nicht immer wieder auf Dinge kommen, die auf dieſen Gegenſtand gar nicht Bezug haben.“ Herr Paſtor Muus beklagte ſich hierauf über Beſchränkung der Redefreiheit. Er habe zur Sache Gehöriges vorgebracht. Nachdem der Vorſitzende daran erinnert, daß Herr Paſtor Muus im Laufe der Verhand⸗ lungen auf der Synodalkonferenz ſchon ein ſtattliches Regiſter beleidigender Ausdrücke geliefert und ſeine Entgegnungen oft in unpaſſende, aufreizende Worte gekleidet, fährt Herr Paſtor Muus fort: „Herr Dr. Walther fragt, wie ich doch könne das Bekenntnis den Dogmatikern gleichſtellen? Ich weiß nun aber nicht, ob ich ſie dem Bekenntnis gleich geſtellt habe mit meiner Frage. Aber davon will ich gar nicht reden. Aber es iſt doch merkwürdig, Herr Vorſitzer: eine ganze Reihe von Dogmatikern, die überall als große Lichter anerkannt ſind, hat dieſelbe Lehre und zwar in Übereinſtimmung mit dem Konkordienbuch. Ich weiß keinen, der nicht ſagt, daß er dasſelbe lehre, wie das Konkordienbuch. Sie haben dieſe Erklärung des ‚intuitu fidei‘. Und das iſt nicht in der Lehre vom Sabbath oder von der weltlichen Obrigkeit, worüber meines Wiſſens nicht viel geſtritten wurde; ſondern in einer Lehre, wo ſie immer im Streit lagen auf Leben und Tod mit den Calviniſten. Und in dieſer Lehre, worüber eben geſtritten wurde, haben wir trotz der vielen verſchiedenen Redensarten und Worte, die ſie brauchten, doch bei allen dies, daß das Entſcheidende zwiſchen ihnen und den Calviniſten dieſes ‚intuitu fidei‘ ſei. Dieſe Übereinſtimmung der größten Lehrer ſcheint mir doch von großer Bedeutung zu ſein. Denn natürlich gingen alle die kleineren Lehrer in die Schule bei den größeren. Und was die größeren lehrten (muß man annehmen), war die gewöhn⸗ liche Lehre. Was ſonſt gelehrt wurde, war Ausnahme. Und ſie haben alle geſagt, daß das Konkordienbuch dieſelbe Lehre bekannt hat, wie ſie. Ich verſtehe das Konkordienbuch ſo, daß es dieſe Lehre vom ‚intuitu fidei‘ hat. — Wenn Herr Dr. Walther geſagt hat, daß das ſo ſchrecklich ſein ſollte, daß ich geſagt: die Schrift nenne die Werke einen Grund, warum Gott einige zum Himmel beſtimmte und andere zurückgeſetzt hätte, ſo habe ich ja doch eine Schriftſtelle genannt, Matth. 25., wo die Schrift die Werke anführt als eine Urſache, warum Gott etliche zum Himmel und et⸗