# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S69 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 69 — Väter für ſeine Autorität hält. Ich kann einen Papiſten ſchlagen mit den Kirchenvätern, weil er ſagt: Die rechte Lehre muß mit den Kirchenvätern ſtimmen. So kann ich auch einen Schmidtianer mit den Vätern ſchlagen, weil er ſagt: Nur das iſt richtig, was mit den alten Dogmatikern ſtimmt. — Die Konkordienformel ſagt: „Nichts im Menſchen“ bewegt Gott zur Wahl, und es giebt nur zwei Urſachen der Wahl. Jedermann muß aber zugeben, daß wir eine dritte Urſache bekennen, ſobald wir etwas Gutes im Menſchen, wenn es auch durch die Gnade gewirkt iſt, als Grund der Wahl hinzunehmen. Alſo iſt es außer Zweifel bekenntniswidrig, zu lehren, daß es drei Urſachen gebe und daß der Glaube die dritte ſei. Sagt doch unſer Bekenntnis ſogar klar und deutlich, daß es eine „erſchreckliche“ Lehre ſei, wenn man außer der Barmherzigkeit Gottes und Chriſti Verdienſt noch eine dritte Urſache hinzunehme. Ein anderer Delegat machte Herrn Paſtor Muus darauf aufmerk⸗ ſam, daß er mit ſeiner Behauptung: der vorliegende Komiteebericht ſei gegen die alten Dogmatiker gerichtet, offenbar eine petitio principii begehe. Denn er nehme an, was der Bericht gar nicht ſage, und räſonniere damit auf den Bericht los. Es ſtehe hier: „Mit dem Ausdruck ‚intuitu fidei‘ iſt eine wirkliche Erklärung nur dann gewonnen“ ꝛc. Daß aber die alten Dogmatiker eine ſolche „Erklärung“ von dem Geheimnis in der Wahl geliefert haben, davon ſteht kein Wort im Komiteebericht. Daher fällt Herrn Paſtor Muus' ganze Einwendung dahin. Ein anderes Komiteeglied verſicherte: Gerade das war die Mei⸗ nung der Komitee, nämlich: nichts in den Bericht aufzunehmen, was als ein Urteil über die Alten angeſehen werden könnte; ſondern vielmehr zu bezeugen, daß die Synodalkonferenz davon ganz abſehe. Daher liegt denn auch im Wortlaut des Berichtes ſelbſt keinerlei Andeutung hierauf. Ein drittes Glied der Komitee äußerte: Ich meine, wir konnten gar nicht billiger verfahren, als wir gethan haben. Denn ſobald Prof. Schmidt und Genoſſen beweiſen: Wir wollen mit dem „intuitu fidei“ das Geheimnis der Wahl gar nicht erklären; das laſſen wir ſtehen; wir wiſſen wohl, aus dem Glauben läßt ſich's nicht erklären, — wenn ſie ſo ſtehen, ſo ſind ſie nach unſerer Erklärung feierlichſt abſolviert von der Anklage, daß ſie um des „intuitu fidei“ willen Irrlehrer ſeien. Sie brauchen uns nur zu ſagen: Gut! das erkennen wir an, was ihr da geſchrieben habt, — ſo ſagen wir: Gottlob! daß ihr aus eurem Irrtum heraus ſeid; bisher aber habt ihr das Geheimnis durch den Glauben erklären wollen. Hoffentlich wird niemand verlangen, daß wir erſt alle Jahrgänge von „Altes und Neues“ herholen, um dies daraus zu beweiſen. Jeder, der ſich um Schrift und Gegenſchrift nur einigermaßen bekümmert hat, weiß, daß dem ſo iſt. Eine ganze Menge neuer Ausdrücke haben unſere Gegner gebraucht zur Um⸗ ſchreibung des Ausdrucks „in Anſehung des Glaubens“; ganz merkwürdige Ausdrücke, woraus deutlich zu erſehen iſt, daß ſie den Glauben zu etwas