# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S67 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 67 — wenn die Calviniſten ſo ſchön thaten und ſo mild redeten von dem allge⸗ meinen Gnadenwillen Gottes. Dieſe Faſſung hier leugnet, daß die Dog⸗ matiker ſolchen Ausdruck in der Meinung gebraucht haben, daß etwas Gutes im Menſchen die Urſache der Wahl ſei und zwar in derſelben Bedeutung, in welcher es im Konkordienbuch geredet iſt.“ Man machte nun Herrn Paſtor Muus darauf aufmerkſam: Wenn wir den Vätern einen pelagianiſchen Verſtand in dieſem Ausdruck zugetraut hätten, würden wir nicht wiederholt erklärt haben, daß wir die Väter nicht für falſche Lehrer erklären können und wollen. Herr Paſtor Muus aber erklärte: „Das iſt es, was mir die Sache ganz unbegreiflich macht. Die alten Dogmatiker haben den Ausdruck ge⸗ braucht, er iſt falſch und ſie ſind doch nicht falſche Lehrer. Aber wenn einer zu jetziger Zeit in dieſer Lehre dieſen Ausdruck braucht, dann iſt er natür⸗ lich ein falſcher Lehrer. Ich kann das nicht reimen. Und dieſe großartige Erklärung der Komitee kommt mir hier über den Hals, da man ſagt: ‚Mit jenem Ausdruck iſt eine wirkliche Erklärung nur dann gewonnen, wenn man den Glauben zu einer Urſache der Wahl und daher zu etwas Gutem im Menſchen macht‘; und dann ſagt man, daß er ausdrücklich in demſelben Sinn verworfen wird, wie er in der Konkordienformel verworfen wird. Nun, ich möchte gern noch die Frage thun, woraus wiſſen die Redner hier in der Synodalkonferenz, daß die jetzigen Gegner dieſen Ausdruck ‚intuitu fidei‘ in anderem Sinn nehmen wie die Dogmatiker? Ich bin ſo ziemlich gewiß, daß es den meiſten der Glieder hier nicht wohl bekannt iſt, wie ſehr viele Gegner Miſſouris ſich in dieſer Sache ausgeſprochen haben. Aber nun urteilen ſie mit einemmal: Die Gegner nehmen dieſen Ausdruck in ganz anderem Sinn, wie die Dogmatiker.“ Hierauf erwiderte ein Konferenzglied: Alſo die erſte Frage war dieſe, warum wir die Dogmatiker nicht in dieſelbe Klaſſe rechnen, in welche wir unſere neuen Gegner ſtellen, obgleich ſie doch dasſelbe Wort gebraucht haben. Da ſage ich: Es iſt das gar keine Frage, die in die Synodalkonfe⸗ renz gehört. Denn wie können wir unſeren Laien zumuten, daß ſie darüber zu Gericht ſitzen, von welcher Beſchaffenheit Gerhards, Quenſtedts und anderer Väter Lehre ſei! Die wären verurteilt, uns aufs Wort zu glauben, und vielleicht, wer am lauteſten ſchriee, von dem dächten die Einfältigen: Der wird wohl recht haben. Wir können ja nicht die Bücher herbringen und ſagen: So ſchreibt Gerhard, ſo Quenſtedt. Wir haben es ja in unſe⸗ ren Zeitſchriften nachgewieſen, daß ein weſentlicher Unterſchied beſteht zwi⸗ ſchen den Dogmatikern und den neueren Gegnern. Wo ſagen die alten Dogmatiker, es komme auf das Verhalten des Menſchen an? Wo ſagen ſie, daß der Glaube eine Urſache, daß man wegen des Glaubens erwählt ſei? Wo ſagen ſie: um des Glaubens willen? Das Wort „wegen“ hat aber in „Altes und Neues“ geſtanden, und das verdammen die Alten als pelagia⸗ niſche Ketzerei. Jetzt läßt es Schmidt drucken als neue Weisheit, und wenn