# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S66 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 66 — Zehnte Sitzung. Dienstag⸗Vormittag, den 10. Oktober. Dieſe von der Komitee ausgearbeitete und ſpäter von der Konferenz acceptierte Faſſung lautet wie folgt: „Der Ausdruck, daß die Wahl ‚in Anſehung des Glaubens‘ geſchehen ſei, iſt zwar urſprünglich dazu eingeführt worden, das Geheimnis der Wahl näher zu erklären. Eine wirkliche Erklärung wird aber nur dann mit jenem Ausdruck gewonnen, wenn man den Glauben zu einer Urſache der Wahl und daher zu etwas Gutem im Menſchen macht, was Gott zur Er⸗ wählung desſelben bewogen habe. Dies ſtreitet jedoch ſowohl gegen Gottes Wort als gegen das Be⸗ kenntnis unſerer Kirche, und zwar ſogar ſchon gegen unſern lieben Katechismus, worin wir bekennen: ‚Ich glaube, daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an JEſum Chriſtum, meinen HErrn, glauben oder zu ihm kommen kann, ſondern der Heilige Geiſt hat mich durch das Evangelium berufen, mit ſeinen Gaben erleuchtet, im rechten Glauben geheiliget und erhalten.‘ Daher ſich denn die Synodalkonferenz zu dem Urteil der Ehrw. Wisconſin⸗ und Minneſota⸗ Synode bekennt.“ Ehe nun dieſe Faſſung angenommen werden konnte, entſpann ſich fol⸗ gende, den ganzen Vormittag einnehmende Debatte. Herr Paſtor Muus erklärt: „Hier ſoll die ganze Sache mit einer Ab⸗ ſtimmung abgemacht werden. Iſt das die Meinung, hier zu behaupten, daß, wenn die Dogmatiker der lutheriſchen Kirche in den letzten 300 Jahren in ihrer Darſtellung der Lehre von der Gnadenwahl das „intuitu fidei“ ge⸗ braucht haben, ſie es nicht bloß ſo verſtanden haben, daß der Glaube eine Urſache der Wahl ſei, ſondern daß ſie damit etwas Gutes im Menſchen und zwar etwas Gutes, was aus natürlichen Kräften kommt, zu einer Urſache der Wahl machten?“ Darauf wurde geantwortet: „Das fällt keinem Menſchen ein.“ Paſtor Muus fuhr fort: „Nun, was iſt's denn? Ich habe es früher ſo verſtanden und verſtehe es noch ſo, daß wenn die Dogmatiker die Sache ſo dargeſtellt haben: etwas Gutes im Menſchen ſei die Urſache der Wahl, — ſo ſei das offenbar Pelagianismus. Nun, dieſe Lehre iſt nicht etwa nur beiläufig von den Dogmatikern gebraucht, ſondern meines Wiſſens als eine Fahne ausgehängt und immer gegen die Calviniſten gebraucht, um ſich von ihnen zu ſcheiden. Dies iſt eben die Scheidewand, die ſie aufgebaut haben,