# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S64 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 64 — Beſchloſſen, daß wir uns zu dem bekennen, was die Ehrw. Synoden von Wisconſin und Minneſota in ihren diesjäh⸗ rigen Synodalberichten über die Lehre von der Gnaden⸗ wahl geſchrieben haben von den Worten an: „Von der ewigen Erwählung lehrt die heilige Schrift folgendes“, bis zu den Worten: „So ſoll man von der Wahl reden und das Wort der Schrift nehmen, ſo wie es lautet.“ (Vergleiche oben Seite 58 f.) Nur Herr Paſtor Muus ſtimmte: Nein. Als es nun auch zur Abſtimmung über den Schlußſatz, der von der Verwerfung des „intuitu fidei“ handelt, kommen ſollte, entſpann ſich aber⸗ mals über das rechte Verſtändnis desſelben eine längere Debatte. Man meinte einerſeits, daß es auch Gegner gebe, die eine ſolche Aus⸗ legung des beanſtandeten Ausdruckes geben, welche man nicht für falſch halten könne. Und zudem wolle man doch gewiß nicht die alten Dog⸗ matiker des 17ten Jahrhunderts für falſche Lehrer erklären. Dazu wurde bemerkt: Das „intuitu fidei“ iſt immer ein mißver⸗ ſtändlicher Ausdruck. Denn dieſe Worte ſchließen nach ihrem grammati⸗ ſchen Sinn in ſich, daß der Glaube entweder ein Beweggrund der Wahl ſei, und auf dieſe Weiſe kommt Synergismus in die Lehre von der Gnaden⸗ wahl, das heißt, man ſchreibt dem Menſchen eine Mitwirkung in Sachen ſeiner Seligkeit zu; oder ſie ſollen der Erklärungsgrund ſein, und das in⸗ volviert Rationalismus. Darum verwerfen wir dieſen Ausdruck. Es kann ja ein Menſch etwas beſſer meinen, als er es redet. Meint nun einer in der Lehre von der Gnadenwahl das Rechte, gebraucht aber dann den Ausdruck „intuitu fidei“, ſo drückt er ſich falſch aus. Unterſucht man nun ſeine Meinung, ſo kann dieſelbe ganz gut und richtig ſein; aber dann wird man ihm auch ſagen müſſen: So laß deinen Ausdruck fahren und be⸗ halte deine gute Meinung. Sagt man nun: Das iſt ein mißverſtändlicher Ausdruck, ſo ſoll mit dem Wort „mißverſtändlich“ geſagt ſein: Selbſt wenn du den richtigen Verſtand von der Gnadenwahl haſt, bedienſt dich aber dieſes Ausdruckes, ſo wird man dich nicht recht verſtehen. Doch iſt es auch nicht in Abrede zu ſtellen, daß das Wort „mißverſtändlich“ auch ſo aufgefaßt werden kann, als ob man den Ausdruck „intuitu fidei“ doch auch recht verſtehen könnte, er führe nur leicht zu Mißverſtändniſſen. Was nun die alten Dogmatiker betrifft, ſo können und wollen wir dieſelben keineswegs falſche Lehrer nennen, wenn ſie ſich auch dieſes Aus⸗ druckes bedient haben, weil ſie trotzdem befliſſen geweſen ſind, Gott alle Ehre zu geben. Unſere jetzigen Gegner aber haben eine offenbar falſche Lehre, welche ſie mit dem „intuitu fidei“ verbinden. — Ein anderer be⸗ merkte: „Ich kann nicht anders urteilen, als daß die alten Lehrer mit ihrem „intuitu fidei“ von Schrift und Symbol abgewichen ſind. Aber