# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S56 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 56 — derſelbe ſeinen Proteſt ſchriftlich an Herrn Prof. Schmidt einſandte, kam derſelbe dennoch und drängte ſich gegen den Willen des Paſtors in die Ge⸗ meinde. Er kam nicht als Bruder, ſonſt hätte er ja zuerſt mit dem Paſtor der Gemeinde verhandeln müſſen und die Gemeinde an ihre Synode ver⸗ weiſen; ſondern er kam als Feind, um wider den Proteſt des berufenen Paſtors öffentlich zu lehren und die Gemeinde zu zerreißen, was ihm auch nur zu ſehr gelungen iſt. So handelt Herr Prof. Schmidt gegen uns als offener Feind. Auch als ihm von einem Delegaten auf der Konferenz die Frage vorgelegt wurde, ob er käme, um als Bruder unter uns ſitzen zu wollen, wollte er keine be⸗ ſtimmte Antwort geben. Dennoch will Herr Prof. Schmidt unter uns ſitzen, um mit uns den Kirchenfrieden zu beraten, den er ſelbſt in ſo ver⸗ letzender Weiſe gebrochen hat; will von denen Gemeinſchaft haben, denen er ſelbſt alle Gemeinſchaft öffentlich und auf das gehäſſigſte bereits ge⸗ kündigt hat. Wahrlich, wir würden uns des gröbſten Unionismus vor der ganzen Welt ſchuldig machen, wenn wir unter ſolchen Umſtänden, als ob nichts vorgefallen wäre, mit ihm in dieſer Verſammlung ſäßen. Wir konnten deshalb gar nicht anders, als der Perſon des Herrn Prof. Schmidt die Aus⸗ übung der ihm übertragenen Rechte verweigern. Wir bitten aber, dieſe uns von Gott durch ſein Wort gebotene Handlungsweiſe nicht als gegen die Ehrw. Synode der norwegiſch⸗lutheriſchen Kirche gerichtet anzuſehen. Wir ſind nämlich überzeugt, daß wenn die Ehrw. Synode die Thatſachen, wie ſie vorliegen, gekannt hätte, ſo würde ſie Herrn Prof. Schmidt nicht gewählt haben. Sind doch auch die ſchlimmſten Angriffe Herrn Prof. Schmidts erſt nach ſeiner Wahl geſchehen. Hätten wir nun Zeit gehabt, ſo hätten wir gerne erſt unſere Be⸗ ſchwerden der Ehrw. Synode ſelbſt vorgelegt und ſie gebeten, ihre Wahl zu annullieren. Aber es war zu ſpät. So blieb uns nichts übrig als, um uns nicht der Sünde der Heuchelei ſchuldig zu machen, Herrn Prof. Schmidt ab⸗ zuweiſen. Aber auch das geſchah nicht unbedingt. Wir gaben ihm ſelbſt Gelegenheit, die von ihm bewirkte Urſache unſerer eventuellen Zurück⸗ weiſung aus dem Wege zu räumen. Wir erklärten nämlich, wenn er, ohne vorher ſeine Lehre zurückzunehmen, die ſpäter beſehen werden ſolle, ſeine Polemik als ſündlich erkenne, und bereue, daß er in unſere Gemeinden ein⸗ gebrochen ſei, ſo würden wir ihn auf der Stelle anerkennen. Aber auch auf dieſe billigen, und von unſerem in Gottes Wort gefangenen Gewiſſen gebotenen Bedingungen wollte er nicht eingehen. Und damit machte er denn ſelbſt unſern bedingt gefaßten Beſchluß wirkſam. Dies iſt das überaus traurige Ereignis, welches wir mitzuteilen haben. Und nun bitten wir die lieben Brüder, daß Sie mit uns erkennen wollen, wie wir nach aller kirchlichen Ordnung, ja, nach Gottes Wort als gewiſſenhafte Lutheraner nicht anders handeln konnten. Ja wir bitten,