# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S55 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 55 — Schmidts Name in jenem Bericht gar nicht genannt war, und daß deshalb etwa darin enthaltene Widerlegungen ſeiner falſchen Lehre nur ſolchen ver⸗ ſtändlich ſein konnten, die ſeine falſche Stellung bereits kannten. Trotz ſeiner heftigen perſönlichen Angriffe wurde dann im Januar 1881 auf Anordnung des Herrn Präſes Larfen abermals zu Milwaukee ein Kolloquium gehalten, an welchem die Präſides der Diſtriktsſynoden ſo⸗ wie die Fakultäten ſämtlicher theologiſchen Seminare innerhalb der Synodal⸗ konferenz teilnahmen. Als auch dieſes nicht zur Einigung führte, war man bereit, die Verhandlungen mit Herrn Prof. Schmidt fortzuſetzen. In der Zwiſchenzeit ſolle es ihm nicht verwehrt ſein, ſeine Lehre in ſeiner Zeit⸗ ſchrift zu verfechten, auch nicht, die Gegenlehre zu widerlegen. Jedoch müſſe dies ohne die bisher angewandte feindſelige Polemik geſchehen, und beſon⸗ ders dürfe er nicht, wie in bisheriger Weiſe, die einzelnen Perſonen und Synoden angreifen. Aber auch dies freundliche Entgegenkommen wies Herr Prof. Schmidt zurück, ja, er ſteigerte ſeinen gehäſſigen Ton ſo, daß er ſich nicht ſcheute, die unſere Seite verteidigenden Theologen als Heuchler und ganz gottloſe Menſchen, und unſere aus der Schrift geſchöpfte Lehre als eine Fuchstheologie zu läſtern. Dadurch wurden nun freilich alle weiteren brüderlichen Verhand⸗ lungen unmöglich gemacht. Im Gegenteil mußten nun auch unſererſeits ſeine Angriffe öffentlich und mit Nennung ſeines Namens entſchieden zurück⸗ gewieſen werden. Aber Gott iſt unſer Zeuge, daß nichts anderes als Not⸗ wehr uns zu dieſem Schritte trieb. Daß Herr Prof. Schmidt alſo den Frieden gar nicht wollte, daß er abſichtlich die Verträge gebrochen hat, ſieht man beſonders an ſeinem Ver⸗ fahren gegen die Synoden von Minneſota und von Wisconſin. Denn ob⸗ gleich dieſe Synoden in ihrem Organe nie gegen ihn geſchrieben haben, er⸗ öffnete er ſofort in der gehäſſigſten Weiſe den Kampf gegen ſie, ſobald ſie eine öffentliche Erklärung betreffs der Lehre von der Gnadenwahl abgegeben hatten. Er bezeichnete dieſe ohne weiteres vor aller Welt als calviniſch, kryptocalviniſch, gottlos u. ſ. w. Und wie ernſt er es mit dieſen ſeinen Verketzerungen meinte, wie offenbar es iſt, daß ſie ihm nicht etwa bloß in der Hitze des Streits aus der Feder ſchlüpften, erſieht man daraus, daß er, ſobald ihm Gelegenheit ge⸗ boten war, wider die beſtehenden, von ihm ſelbſt mitgeſchloſſenen Verträge und wider die von ihm ſelbſt früher geführte und verteidigte Lehre vom Be⸗ ruf, uns als Feinde und Ketzer behandelte. Wo er konnte, drang er in unſere Gemeinden ein und ſuchte Trennung anzurichten. So z. B. in Oſhkoſh, Wis. In letzterer Stadt forderte ihn ein Teil der Gemeinde gegen den Proteſt des Paſtors und vieler Gemeindeglieder auf, mit dem Paſtor Dowidat zu disputieren. Obwohl nun der Paſtor darauf nicht ein⸗ gehen wollte, zumal er ſelbſt mit ſeiner Gemeinde die Frage noch gar nicht verhandelt hatte, auch nicht falſcher Lehre beſchuldigt war, und obgleich