# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S52 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 52 — kann auch dieſes ſagen: Wenn jemand iſt in dieſer Verſammlung, der ſich gedrungen fühlt, um Chriſti willen etwas zu thun und zu leiden, ſo ſteht hier einer! Aber ſolange mir Gott meinen Poſten angewieſen hat, wird mir Gott helfen, daß ich treu bleibe. Ich nehme alle Ermahnungen und Warnungen, durchaus aber nicht die Thatſachen und Schlüſſe an. Ich hätte ſehr vieles zu berichtigen. Wenn ich aber nicht reden und mich ver⸗ teidigen kann, ſo hilft das zur Sache gar nichts oder blutwenig. Ich will nur zum Schluß noch eines ſagen: Dieſes ganze Verfahren würde für mich einen größeren Wert gehabt haben, wenn man das Verfahren vorher anders eingerichtet hätte. Es mag ſein, daß es Verblendung hier bei mir iſt, aber ich kann nichts darüber ſagen. Aber ich kenne noch keinen Fall, wo irgend es ſei, Arius oder Zwingli, wo irgend ein Delegat, der falſcher Lehre be⸗ zichtigt worden iſt, einfach unter dem Vorwand falſcher Lehre abgewieſen worden iſt. Ich weiß nicht, ob ein ſolcher Fall in der Kirchengeſchichte vorgekommen iſt. Es hat meine eigene Synode die Pflicht, mich vorzu⸗ nehmen. Ich habe kein Geheimnis aus meiner Stellung gemacht. Es hat niemand aus der Wisconſinſynode, als dort noch kein Sturm war, mich vermahnt. Aber nein! man hat mich hier kalt abgewieſen, mit Tumult abgewieſen, ſo oft ich nur den Mund aufthun wollte, ein kurzes Wort zu reden.*) — Ich bin ganz bereit, mit Herrn Paſtor Stöckhardt**) ſo im allgemeinen hin zu ſagen: Wenn in dem, was ich geſchrieben habe, etwas Unrechtes oder etwas von falſcher Lehre in irgend welcher Weiſe ſich findet, verwerfe und verfluche ich es. Ich will durchaus nicht feſthalten, was nicht beſtehen kann vor der Wahrheit Gottes; aber man zeige mir es, worin es beſteht.“ — — Auf die Frage: Ob er alſo nun nicht als Delegat an⸗ erkannt werde? — antwortete die Synodalkonferenz: Nein, er ſei nicht anerkannt. *) Man vergleiche die Erklärung der Synodalkonferenz auf Seite 57. **) Es bezieht ſich dies auf folgende Äußerung Herrn Paſtor Stöckhardts: „Herr Prof. Schmidt hat gerade auch mir ab und zu in ſeinem ‚Alten und Neuen‘ den Vor⸗ wurf gemacht, ich hätte ihm etwas imputiert oder Falſches untergeſchoben, alſo un⸗ gerecht beurteilt, und gerade auch nicht immer freundlicher Ausdrücke mich bedient. Ich kann verſichern, ich habe manchmal auch geſchwankt, welchen Ausdruck ich wählen ſollte, wenn ich auf ſein ‚Altes und Neues‘ antworten wollte. Ich fragte mich: Haſt du ihm nicht zu viel gethan mit deinem Urteil? Doch nach meiner beſten Überzeugung fand ich mich nicht genötigt, etwas zurückzunehmen. Etliches habe ich ja zurechtgeſtellt. Indes, ich denke noch an das Wort des Apoſtels von dem vollkommenen Mann, der auch mit keinem Worte fehlet. Ich glaube nicht, es ſei ſo, daß ich nicht auch mit einem Worte fehlen könnte. Wenn nun etwa Herrn Prof. Schmidt in dieſer ſchriftlichen Polemik ein ungerechtes, unfreundliches, liebloſes Wort beleidigt und der Sache zu viel gethan hat, was ja Gott am beſten weiß, — ich will es öffentlich zurückgenommen haben. Ich fühle mich gerade darum gedrungen, das hier zu bekennen, weil ich weiß, ſolche kleine Un⸗ gerechtigkeiten können ſich ſo ins Herz bohren, daß ſie die Buße aufhalten.“