# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S51 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 51 — Zur Erklärung des Wortes „voreilig“ in der erſten Frage wurde noch bemerkt, daß wir dies nicht nach unſerem Verſtande ein voreiliges Handeln nennen, ſondern in Schmidts Sinne. Die Meinung iſt überhaupt dieſe, daß er nicht die Schritte gethan hat, die er als ein Chriſt und Glied der Synodalkonferenz hätte zuvor thun ſollen. So wurde denn jetzt die erſte Frage an Herrn Prof. Schmidt gerichtet. Er antwortete darauf: „Ich begreife nicht, wie die Konferenz ein ſolches Anſinnen ſtellen kann. Denn ich ſoll bekennen, daß ich die Lehre der Kon⸗ ferenz verläſtert habe. Das Verläſtern ſchließt natürlich ein: ‚unver⸗ dienterweiſe‘.“ Als die zweite Frage an Herrn Prof. Schmidt gerichtet war, antwortete er entſchieden: „Nein!“ So war die dritte Frage unnötig geworden. Mit tiefer Betrübnis hatte die Konferenz dieſe Antworten entgegen⸗ genommen, wodurch Herr Prof. Schmidt es nun ſelbſt unmöglich gemacht hatte, ihm als Delegaten Sitz und Stimme in der Synodalkonferenz zu ge⸗ währen. Viele Delegaten erhoben ſich nun der Reihe nach und drückten ihr tiefſtes Bedauern und große Betrübnis über Prof. Schmidts Verhalten aus, der ſelbſt in dieſem entſcheidenden Augenblicke alle Gelegenheit ab⸗ ſchneide, mit ihm als Bruder verhandeln zu können. Seine früheren Kom⸗ militonen während der Studienzeit, jüngere und ältere Paſtoren, ſein alter Lehrer, Herr Dr. Walther, ein norwegiſcher Delegat und der Präſes der Synodalkonferenz richteten noch bewegliche, ernſte, mahnende und warnende Worte an ihn. Herr Prof. Schmidt aber erwiderte zum Schluß darauf alſo: „Ich habe ſehr oft im Leben das Malheur, daß ich mißverſtanden werde in Be⸗ zug auf die Art und Weiſe, in welcher ich rede und handele. Das hat ſeine Urſache auch bei mir ſelbſt. Ich will deshalb durchaus niemand die Schuld beilegen, daß man mich und mein Verhalten mißverſtanden hat.*) Das iſt nicht der Fall, daß ich alle dieſe Ermahnungen und herzlichen Warnungen mit eiskaltem Herzen aufnehme. Ich weiß wohl, was die Miſſouri⸗Synode mir geweſen iſt, was Herr Dr. Walther mir geweſen iſt, und was die lieben Brüder (ich nenne ſie Brüder jetzt) mir geweſen ſind. Aber, Herr Präſes! es giebt etwas Höheres als das alles. Trotz allem, was in meinem ſon⸗ ſtigen Weſen und Schreiben von menſchlicher Schwachheit anhängen mag, ſo weiß ich das und kann es vor Gott und Menſchen ſagen, daß ich aus keiner anderen Rückſicht in den Kampf gezogen bin; nichts hätte mich hin⸗ ein getrieben: Ich mußte es thun um Gottes und ſeiner Kirche willen. Ich *) Zum Verſtändnis ſei hier erwähnt, daß ſich Prof. Schmidt hiermit auf eine Äußerung eines der Vorredner bezog, welcher ſagte: „Aber bei dieſen herzbrechenden Anſprachen ſchaudert's mich, wie Herr Prof. Schmidt dabei ſo ruhig ſchreiben kann, als wollte er ſich nur Waffen ſammeln, ferner zu kämpfen.“