# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S47 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 47 — die Lehre verhandeln wollen. Daher denn auch Paſtor Muus ſolche Be⸗ ſchuldigungen widerrufen ſollte. — Auch das iſt nicht wahr, was vorhin Paſtor Rasmuſſen ſagte, daß wir geſagt hätten: alle Gegner hätten aus fleiſchlichen Gründen wider uns geſchrieben, und alle, die wider uns ſeien, die ſeien Gottloſe. Wir haben es vielmehr immer bezeugt, daß es unter unſeren Gegnern verſchiedene Perſönlichkeiten giebt. Schmidt iſt der An⸗ fänger dieſer falſchen Lehre und dieſes Streites. Den Ruhm hat er und mag er behalten. Die andern haben die falſche Lehre von ihm; ſie haben ſie nicht aus den Dogmatikern, am allerwenigſten gar aus den ſymboliſchen Büchern. Da haben wir denn immer bezeugt, es giebt darunter noch red⸗ liche Leute, die ſich haben irre führen laſſen. Wir haben keinen einen gott⸗ loſen Menſchen genannt, außer wenn er log. Und das iſt nun gar zu lächerlich, wenn Paſtor Muus ſagt: die Miſſouri⸗Synode hätte in ihren eigenen Gemeinden gewühlt. Solche Rede bezeichnet man am liebſten gar nicht, weil man ſie nicht ohne Belei⸗ digung gehörig bezeichnen kann. Wühlt die Synode in ihren eigenen Ge⸗ meinden, ſo wühlt auch jeder Paſtor jeden Sonntag in ſeiner Gemeinde. Dazu iſt ja eine Synode da, ihren Gemeinden zu Hilfe zu kommen gegen falſche Lehre und Geiſter, und wir müſſen uns vielmehr anklagen, daß wir das nicht fleißig genug gethan haben. Eine Synode iſt ja eine Ver⸗ bindung von Gemeinden, die einander im Reiche Gottes beiſtehen wollen. Sie iſt nicht dazu da, Geſetze für die Gemeinden zu ſchmieden; denn dann wäre ſie nicht wert zu exiſtieren. Einer rechten Synode Organe ſind zunächſt alle Paſtoren, danach Viſitatoren und Präſides. Dieſe haben die heilige Pflicht, einander zu Hilfe zu eilen und zu retten, was man retten kann. Thäte das eine Synode nicht, ſo müßte ſie Gottes Zorn ereilen. Wie ver⸗ wunderlich ſind doch die Gründe, die wider uns hier vorgebracht werden! Aber es iſt eben ſo: eine ſchlechte Sache kann keine guten Gründe haben. Damit wollen wir nicht ſagen, daß das in der Geſinnung Paſtor Muus' läge; aber ſeine Augen ſind offenbar gehalten, daß er nicht erkennen kann, wie irre er ſteht. Wahrlich! ſagte ein Glied der Konferenz, ich könnte nicht ſelig ſterben, wenn ich meine Lehre widerrufen würde; denn ſie iſt auf Gottes Wort ge⸗ gründet. Ich ſtehe nun mit einem Fuße im Grabe, aber ich will mit dieſer meiner Lehre getroſt vor meines HErrn JEſu Chriſti Richterſtuhl erſcheinen und mit Luther zu Chriſto ſagen: Bin ich verführt, ſo hat mich dein Wort verführt. Da wird er aber zu mir ſagen: Es iſt ſchon gut, komm nur her, das haſt du recht gemacht, daß du dich an mein Wort feſtgehalten haſt. Und dann mögen die lieben Brüder doch auch das bedenken: Seit dieſer Streit entſtanden iſt, bin ich von Tauſenden, die mich vorher geliebt haben, gehaßt, und kein Schimpfwort iſt ſchlecht genug zu finden, das nicht auf mich geſchleudert worden iſt. Daß ich mit dieſer Schmach ins Grab gehen will und getroſt ſie tragen, kann das fleiſchliche Motive haben?