# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S46 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 46 — anſehen muß, daß Gottes Wort mir verbietet, mit ihnen zu handeln, oder ob ich ſie als irrende Brüder anſehen kann. Aus ebendenſelben Gründen, die hier in dieſer Konferenz angeführt worden ſind, um zu beweiſen, warum ſie Schmidt nicht als Glied der Synodalkonferenz betrachten kann, könnte ich auch ſagen, kann ich nicht mit Miſſouri verhandeln. 1. Falſche Lehre; man beſchuldigt Schmidt derſelben, und doch iſt die falſche Lehre auf ſeiten Miſſouris. 2. Man beſchuldigt Schmidt der Herzensrichterei. Davon haben wir Überfluß in den miſſouriſchen Publikationen. Und 3. Rottie⸗ rerei; Miſſouri hat in ſeinen Gemeinden gewühlt und die rechten Lehrer verjagt. Darum tritt Miſſouri jetzt in das Stadium, daß es als Ketzer zu meiden iſt. Aber dieſe Frage iſt mir nicht die wichtigſte. Sie halten ſie wohl für die wichtigſte, ich nicht. Für mich giebt es eine ſehr viel wichti⸗ gere Sache, nämlich dieſe, daß der Schaden Israels geheilt werde. Ob man nun geirrt, gefehlt und alle dieſe böſen Dinge gethan hat, iſt nicht die Hauptſache hier in der Konferenz, ſondern den Schaden Israels zu heilen. Dieſe eigentliche wichtigſte Sache hat die Majorität hier verhindert, das bedaure ich. Es kann ſein, daß ich mich irre, indem ich mit Miſſouri in der Synodalkonferenz zuſammenkam; aber darin irre ich nicht, wenn ich ſage, daß wir hier die Gelegenheit, Schäden zu heilen, vorübergehen laſſen, um uns mit minder wichtigen Dingen zu beſchäftigen. Erſt wenn die Sache der Lehre gründlich beſprochen worden iſt, iſt's mir klar, ob ich einen als Ketzer oder irrenden Bruder oder guten Bruder anſehen ſoll. Aber ich ſehe, es iſt hier offenbar ein anderer Geiſt, als er nach der Konſtitution ſein ſollte.“ Darauf wurde nun noch folgendes erwidert: Herr Paſtor Muus ſagt immer, daß wir die Hauptſache nicht thun wollen. Wo haben wir das jemals geſagt? Im Gegenteil, wir wollen über die Lehre ſprechen. Erſt dann wird unſer Herz fröhlich und lebendig, wenn wir uns in die Lehre des göttlichen Wortes vertiefen können. Aber offenbar will Herr Paſtor Muus weiſer ſein, als der liebe Gott. Denn in Gottes Wort ſteht ge⸗ ſchrieben: Den meide! Paſtor Muus aber ſagt: Nein! nein! da würde ja die Hauptſache unterdrückt, wie kann nur der Apoſtel Paulus einen ſolchen liebloſen Rat geben! Er bedenkt eben nicht, daß dieſe Worte ge⸗ ſchrieben ſind von dem Heiligen Geiſte; und dem wollen wir folgen. So⸗ dann ſind wir aber auch von Herzen bereit, mit jedem Bruder, der hierher kommt, über die Lehre zu ſprechen. Denn mit den einzelnen Individuen der Synoden, die da in Irrtum geraten ſind, können wir in der Synodal⸗ konferenz nicht handeln, das iſt Sache der betreffenden Synoden. Aber mit einem Manne, der ſeit dritthalb Jahren ſagt: Ihr ſeid meine Brüder nicht! können und dürfen wir nicht brüderlich verkehren. Sobald aber Herr Prof. Schmidt uns ruft und ſagt: Wir ſind doch alle in der chriſt⸗ lichen Kirche, können wir denn nicht miteinander über die Lehre dispu⸗ tieren? — ſo ſind wir bereit. Darum iſt es nicht wahr, daß wir nicht über