# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 45 — punkt iſt hier dieſer: Iſt Schmidt nach ſeinem Verhalten in Wort und That nach chriſtlichen Begriffen unſer Bruder? Wer das mit ja beant⸗ worten kann, das iſt unbegreiflich. Man bedenke doch auch, was eigentlich die Synodalkonferenz iſt. Sie iſt nicht eine freie Konferenz, wozu alle möglichen Geiſter kommen können; ſondern ſie iſt eine Vereinigung von Glaubensbrüdern. Daher ſteht als erſter Zweck der Synodalkonferenz in deren Konſtitution: „Äußerer Aus⸗ druck der Geiſteseinigkeit der betreffenden Synoden.“ Soll ſich aber die Geiſteseinigkeit ausdrücken, ſo muß ſie zuvor da ſein. Nun kann es ja vorkommen, daß der eine oder andere durch Teufels Liſt von der Wahrheit abweicht. Daher iſt der nächſte Zweck: „Vorkommende Störungen in der Geiſteseinigkeit zu beſeitigen.“ Aber dies kann nur ausgeführt werden auf dem oberſten Grunde: wenn wir uns noch als Glaubensbrüder an⸗ erkennen. Wer als Feind offenbar wird, der hat das Recht verloren, in der Synodalkonferenz zu reden. Schmidt hat nun auf die Frage, ob er als Bruder oder Feind unter uns ſitzen wolle, nicht geantwortet. Das heißt offenbar, er iſt als unſer Feind hierher gekommen. Denn wäre er als Glaubensbruder gekommen, ſo hätte er es geſagt. Wenn man nun ſagt: eben durch Schmidts Abweiſung thue die Kon⸗ ferenz nicht, was doch Zweck und Ziel derſelben ſei, nämlich, Einigkeit zu pflegen und Störungen zu beſeitigen, ſo möchte man doch nicht außer acht laſſen, daß die Synodalkonferenz gerade in dieſem Streit ihrem Zweck nach⸗ gekommen iſt, ſoweit es möglich war. Die Konferenz bilden ſämtliche Paſtoren und Gemeinden der betreffenden Synoden. Dieſe alle können ſich aber nicht verſammeln, um irrende Brüder zurecht zu bringen. Es kommt daher nur eine Anzahl Vertreter der Synoden, Paſtoren und Ge⸗ meinden zuſammen. Daß eine ſolche Verſammlung ſeit drei Jahren nicht zuſtande gekommen iſt, iſt nicht Schuld der Konferenz ſelbſt. Trotzdem iſt die Synodalkonferenz nicht müßig geweſen, ſondern ſie hat offiziell Verſuche gemacht, die geſtörte Einigkeit wiederherzuſtellen, indem durch den höchſten Beamten derſelben, den Präſes, Herrn Prof. Larſen, ein Kolloquium in Milwaukee anberaumt wurde, wohin er die öffentlichen Lehrer der Theo⸗ logie und die Präſides innerhalb der Konferenz beſchied, ſich über dieſen Streit auszuſprechen. Darum iſt auch dieſer Grund hinfällig, als thue die Konferenz nicht, was Zweck derſelben ſei. Es iſt geſchehen, was in dieſem Zeitraum geſchehen konnte, aber leider! war alles vergeblich. Ja, auf dem Kolloquium in Milwaukee wurde den Gegnern angeboten, man wolle noch mehr und weiter mit ihnen verhandeln, nur ſolle die feindſelige Polemik unterbleiben. Aber auf dieſe Bedingung ging Prof. Schmidt nicht ein, ſondern erklärte, er habe den Beruf, den Kampf weiter zu führen. Das iſt es, was es unmöglich macht, ferner ihn als Bruder anzuerkennen. Hiernach ſtand Paſtor Muus noch einmal auf und ſprach: „Es iſt auch in mir die Frage aufgekommen, ob ich hier die Miſſourier als Ketzer