# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S44 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 44 — Chriſt ſtehen, der die Wahrheit des göttlichen Wortes erkannt hat. — Sie haben ferner auch offenbar keine rechte Einſicht in den status, den Schmidt herbeigeführt hat, ſonſt wäre es unbegreiflich und unerklärlich, wie ſie ſo reden könnten. Der ganze geſchichtliche Hergang beweiſt es ja, daß er dieſe Situation herbeigeführt hat. Wir wollten als Brüder mit ihm handeln; aber alle Verſuche, alle Kolloquien waren vergeblich. Und nun macht man uns den Vorwurf, daß wir ſo feindſelig aufträten. Schmidt wollte das ja ſo haben, er wollte Krieg und keinen Frieden, und dennoch ſollen wir ihn hier als Bruder anerkennen! Das muß doch ein jeder wohlunterrichtete Katechismusſchüler einſehen können: wenn ein Gemeindeglied ſich in ſolcher Weiſe, wie Schmidt, gegen ſeinen Paſtor und ſeine Gemeinde ſtellte, daß dies kein Glied der Gemeinde ſein und bleiben kann. Wenn Schmidt ehr⸗ lich geweſen wäre, ſo hätte er in ſeinem Synodaldiſtrikt ſagen müſſen: Ihr könnt mich nicht wählen; denn ich will und muß nach meinem Gewiſſen die Synodalkonferenz zerſtören. Das hat er nicht gethan, ſondern ſich ruhig wählen laſſen. Da iſt er unehrlich und unaufrichtig geweſen. Die lieben norwegiſchen Brüder haben aber offenbar keine klare Einſicht darin gehabt, wie Schmidt in Wort und That wider uns gehandelt hat. Das möchten wir ihnen klar zu machen ſuchen. — Wenn man nun ſagt: Dr. Walther habe den Streit angefangen, ſo ſagen wir: Ja, inſofern er die reine Lehre über die Gnadenwahl darlegte, iſt er allerdings der An⸗ fänger geweſen und, Gott ſei Dank! daß er es gethan hat und ſo gethan hat, wie es geſchehen iſt. Das war not um des überall in der Welt herr⸗ ſchenden Synergismus willen. — Und wenn man ſagt: mancherlei An⸗ deutungen und Anſpielungen auf Schmidt in den miſſouriſchen Berichten ſeien ſchuld am Streit, ſo kann man ja darüber verſchiedene Meinung haben, ob ſolche Andeutungen weiſe und paſſend waren. Aber wer dieſe Andeutungen auf gleiche Linie ſtellt mit Prof. Schmidt's Äußerungen und Auslaſſungen gegen unſere Lehre und deren Vertreter, deſſen Verſtand muß durch die falſche Lehre total verdunkelt worden ſein. — Und endlich, mancher iſt kein Freund, ſondern ein Feind von ſolchen Artikeln, darin einzelne Per⸗ ſonalien von Gemeinden ꝛc. aufgedeckt werden; und wenn man uns da zu⸗ ruft: Seid ſparſam mit ſolchen Artikeln! ſo nehmen wir das dankbar an. Aber man bedenke doch auch dies: die ſogenannte Leiſetreterei, da man gegen Irrtum und Sünde nicht ſcharf auftreten will, iſt ein gefährlich Ding. Wenn das die rechte Art der Polemik wäre, wenn die Apoſtel ſolche Leiſetreterei geübt hätten, ſo gäbe es, ſoweit es von der Arbeit der Apoſtel abhängt, keine chriſtliche Kirche; und wenn Luther nicht eine ſcharfe Pole⸗ mik geübt hätte, ſo gäbe es keine lutheriſche Kirche; und wenn Dr. Walther nicht ſo ſcharf gegen den Irrtum aufgetreten wäre, ſo gäbe es keine Syno⸗ dalkonferenz. Sollten wir nun den Prof. Schmidt hier wie einen Bruder behandeln trotz ſeiner Reden und Handlungen, ſo wäre die Synodalkonfe⸗ renz ein reiner Schwindel. Darum merke man es ſich wohl: der Haupt⸗