# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S43 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 43 — ja, noch mehr, er behandelt uns als Kryptocalviniſten. Wir ſind feſt über⸗ zeugt, Prof. Schmidt würde in keine reformiert⸗calviniſche Gemeinde gehen, wenn ein Teil dort Unruhe anrichtete. Aber in unſere Gemeinde kam er und ſtellte uns dort dar als heuchleriſche Menſchen. Iſt das nicht ein Ver⸗ fahren, das in der Kirchengeſchichte unerhört iſt? — Unſere lieben nor⸗ wegiſchen Brüder beſchuldigen uns nun der Härte und unchriſtlicher Be⸗ handlung. Aber gerade wir Wisconſiner ſind den rechten Weg gegangen, wir haben Prof. Schmidt bei ſeiner Synode verklagt und wir ſind über⸗ zeugt, wenn die Norwegiſche Synode gewußt hätte, wie Schmidt uns be⸗ handelt hat, ſo würde ſie ihn nicht zum Delegaten gewählt, ſondern viel⸗ mehr geſagt haben: Ein ſolches Verfahren kann kein Chriſt billigen. Da aber nun die Norwegiſche Synode nicht vor der Synodalkonferenz zu⸗ ſammentritt, um unſere Anklage zu beraten, was ſollen wir nun thun? Wir können nichts anderes thun, als was die Norwegiſche Synode auch ge⸗ than haben würde, wenn ſie zuſammen gekommen wäre: wir müſſen Prof. Schmidt vorhalten, das und das iſt Sünde und das mußt du bußfertig er⸗ und bekennen. Würde Schmidt erklären, daß er hiermit geſündigt hat, ſo wären wir zufrieden geſtellt. Wahrlich, wir ſind mit ihm ſo weit gegan⸗ gen, als wir nur gehen konnten, bis an die äußerſte Grenze des Entgegen⸗ kommens. Wenn nun Paſtor Rasmuſſen ferner ſagt: Schmidt ſei von der Rich⸗ tigkeit ſeiner Lehre überzeugt, ſo antworten wir: Wo hat es je einen Ketzer gegeben, der nicht behauptet hätte, daß er von der Richtigkeit ſeiner Lehre überzeugt ſei? Darauf kommt es aber gar nicht an, ſondern darauf, ob ſeine Lehre wirklich recht iſt, und ob diejenigen ſolche Böſewichter ſind, die ihn wegen ſeiner falſchen Lehre angreifen, wie Schmidt das in alle Welt ausgeſchrieen hat. Nie hat ſich Schmidt merken laſſen, daß er bei uns Schwachheit annehme, nie uns wie irrende Brüder behandelt; ſondern als verſtockte, boshafte, tückiſche Menſchen. Wie hämiſch griff er aus „Lehre und Wehre“ die Bemerkung auf: wir würden die Wahrheit nicht verlaſſen, und wenn die ganze Miſſouri⸗Synode darüber in Stücken ginge. Man nehme es uns nicht übel, wenn wir an dem ganzen Verhalten und Reden eines Menſchen abmerken, was für Tendenzen er hat. Das iſt keine Herzensrichterei, ſonſt hätte der heilige Apoſtel Paulus auch über das Herz gerichtet, der von den falſchen Geiſtern ſagt: Sie wollen ſich bei euch an⸗ genehm machen, damit ſie nicht um des Kreuzes Chriſti willen Schmach tragen müſſen. So kann man auch aus dem Benehmen Herrn Prof. Schmidts wohl ſchließen, daß es ihm die allergrößte Freude wäre, wenn in der Miſſouri⸗Synode auch nicht ein Stein auf dem andern bliebe. So iſt er denn, gottlob! offenbar gemacht als ein Irrgeiſt, der die Kirche zu zer⸗ ſtören ſucht. — Die beiden norwegiſchen Brüder gehen immer von einer petitio principii aus, wir ſollen nämlich die Möglichkeit zugeben, daß wir in der Lehre irrten und der Gegenpart habe recht. Aber ſo kann kein