# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S41 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 41 — wohl gar der Straßenräuber ſelbſt, und ſpricht: Du haſt dasſelbe ſchwere Unrecht an mir gethan, als ich an dir gethan habe und thun wollte — würde da nicht ein großes Gelächter über ſolche Tadeler entſtehen? Wie kann man uns alſo das zum Vorwurf machen, daß wir uns gewehrt haben? Wir hätten das nie gethan, wenn man uns nicht zuvor ein ganzes Jahr lang öffentlich gebrandmarkt hätte, ſo daß jetzt unſer Name und unſere Blätter ſtinken in der ganzen Welt, in Deutſchland, in Oſtindien, Auſtralien und Afrika. Wie kann man uns nun als elende Fanatiker anſehen, wenn man ſolchen Leuten nicht ohne weiteres die Bruderhand reicht, die uns erſt wie einen Wurm in den Staub getreten haben, und ſich nun ſtellen, als ob ſie kein Wäſſerlein getrübt hätten? So ſtellte ſich einſt auch der elende Zwingli Luthern gegenüber, worauf aber Luther die ſchöne Fabel vom Wolf und Schaf erzählte, wo der Wolf oben ſteht und das Schaf unten am Bache, und doch behauptete der Wolf, das Schaf mache ihm das Waſſer trübe. Ein früher zur Grabau⸗Synode gehörender Delegat bezeugte auch, daß er Gelegenheit genug gehabt habe, den Unterſchied in der miſſouriſchen Polemik kennen zu lernen. Die Miſſourier unterſcheiden, ob der, welcher gegen ſie ſchreibt, noch ein Bruder iſt. Gegen einen ſolchen gehen ſie nie mit ſolcher Sprache heraus, wie z. B. gegen einen methodiſtiſchen Schwarm⸗ geiſt oder gegen die offenbaren Scheinlutheraner. Mit letzteren muß man eine ſtärkere Sprache reden. Man beachte auch dies, daß die Delegaten der Wisconſin⸗Synode bei Einreichung ihres Proteſtes gelegentlich berichtet haben, daß ſich Prof. Schmidt in ihrer Gemeinde zu Oſhkoſh gerühmt habe: er ſei auch noch ein Glied der Synodalkonferenz. Und daraufhin wühlte er in der Ge⸗ meinde. Man nehme nun den Fall an: Ein Paſtor in der Wisconſin⸗ Synode würde als ein Schwärmer offenbar und ein Teil ſeiner Gemeinde, der recht ſteht, ruft einen miſſouriſchen Profeſſor zu Hilfe, was würden die Miſſourier gethan haben? Jeder, wenn er in der Lehre von Kirche und Amt und der darauf bezüglichen Praxis mit der Miſſouri⸗Synode noch eins iſt, würde dem rechtgläubigen Teil der Gemeinde nicht zu Hilfe gekommen ſein, ſondern ihn an ſeine Synode gewieſen und, hätte dieſe ihm nicht ge⸗ holfen, ihn angehalten haben, den gehörigen Inſtanzengang bis hinauf zur Synodalkonferenz einzuhalten. Ja! wenn ein römiſcher Prieſter ſo handelt wie Prof. Schmidt, da jener kein Predigtamt außerhalb der allein ſeligmachenden römiſchen Kirche anerkennt, ſo wäre das wenigſtens natürlich und vernünftig. Aber daß ein Mann, während er ſich rühmt: Ich gehöre zur Synodalkonferenz, ſo handelt, damit bezeichnet er ſich ſelbſt als einen Brudermörder. In gleicher Lage nun, wie die Wisconſin⸗Synode, befindet ſich die Synode von Minne⸗ ſota. Sie trat noch viel weniger gegen Schmidt im Kampfe heraus, und doch hat derſelbe ſie gerade ſo ſchnöde behandelt, nachdem ſie ein Bekennt⸗ nis ihrer Lehre von der Gnadenwahl gethan.