# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 39 — Sache zu verhandeln, wird hier die Zeit mit Formalitäten zugebracht, und ein Verfahren eingeſchlagen, das darauf hinausgeht, die Sache durch eine einfache Abſtimmung abzumachen. Darauf wurde erwidert: Herr Paſtor Muus widerlegt ſich ſelbſt, in⸗ dem er von einer brüderlichen Beſprechung redet. Von einer ſolchen kann eben bei Herrn Prof. Schmidt nicht mehr die Rede ſein, die hat der⸗ ſelbe ſelbſt unmöglich gemacht, indem er uns nicht mehr für Brüder, ſon⸗ dern für Feinde, Zerſtörer des Reiches Gottes und Verwerfer des Evan⸗ geliums öffentlich erklärt hat, ja, uns für Leute hält, die voller Bosheit, Lüge, Tücke und Heuchelei ſind. Nimmt er jedoch dies zurück, ſo werden wir mit ihm disputieren als mit einem Bruder, der irrt. Damit braucht er noch kein Jota von ſeiner eigenen Lehre vorher zurückzunehmen. Darüber wollen wir dann mit ihm verhandeln. Darauf erklärte Herr Paſtor Rasmuſſen: Ich habe mich ſehr ge⸗ wundert, daß es hierzu gekommen iſt, daß der eigentliche Grund, warum Prof. Schmidt nicht als Delegat zugelaſſen werden ſolle, nicht ſeine gottes⸗ läſterliche Lehre ſein ſolle, davon wolle man ganz abſehen; der eigentliche Grund ſoll das ſein, weil Prof. Schmidt die Lehre von der Gnadenwahl, die Gottes Wort und das Bekenntnis lehrt, als calviniſtiſch verläſtert hat. Nun ſteht im miſſouriſchen Proteſt: entweder muß Schmidt von Haus aus ein Synergiſt ſein und dann kann er gar nicht anders als die rechte Lehre von der Gnadenwahl zu verläſtern, oder er muß zum Synergismus ab⸗ gefallen ſein. Dann kann er natürlich wieder nicht anders. Da alſo Prof. Schmidt von ſeinem Standpunkt, von ſeiner Lehre aus gar nicht an⸗ ders kann, als die Lehre der Miſſourier verläſtern, ſo iſt es nicht zu ver⸗ ſtehen, warum nicht die Lehre Schmidts der Grund des Proteſtes iſt, da doch das Verläſtern eine Folge ſeiner Lehre iſt. Es iſt doch mehr alt⸗ miſſouriſche Art zu ſagen: Prof. Schmidts falſche Lehre iſt der Grund, warum wir nicht mit ihm zuſammenſitzen wollen. — Ferner wird ſo großes Gewicht auf Schmidts feindſelige Polemik gelegt. Nun, da will ich nicht alle Ausdrücke verteidigen, ja, ich bin der Meinung, daß ſolche Kampfes⸗ weiſe die Abſicht verhindert, andere für die Wahrheit zu gewinnen. Aber ich muß mich eben auch hier wundern, daß darauf ſo viel Gewicht gelegt wird. Denn Schmidt erzeigt ſich in dieſer Kampfesweiſe als ein echtes treues Kind Miſſouris, in ſolcher Kampfesweiſe iſt er auferzogen, und ich meine, es iſt nicht ſo leicht, daraus ſo bald herauszukommen. Ich kann beweiſen, daß Miſſouri in derſelben Weiſe den Gegnern gegenüber polemi⸗ ſiert hat. Ich erinnere bloß an die letzte Nummer von „Lehre und Wehre“, darin alle die, welche um dieſer Lehre willen zu Miſſouri kommen, gott⸗ ſelige, gottesfürchtige Leute genannt worden, die Gegner aber ſind lauter Gottloſe. Das iſt doch nicht viel beſſer, als es Schmidt gemacht hat. Darum ſollte man lieber auf beiden Seiten bekennen: Unſere feindſelige Polemik iſt unrecht; und dann über die Lehre ſprechen.