# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S37 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 37 — und zwar mit eben dem, das Herr Dr. Walther gegeben hat. Alſo, ein Lehrer wird angeklagt, daß er geſagt habe: Ich glaube nicht, daß Chriſtus wahrer Gott iſt. Er kommt vor ein Konzil. Dies Konzil ſagt zu ihm: Habe die Güte, uns zu ſagen, ob dieſe Thatſache richtig iſt, daß du das ge⸗ ſagt haſt. Wir wollen nichts anderes von dir hören, als ja oder nein. Sagt er ja, ſo wird ihn das Konzil wahrſcheinlich verdammen. Und ſie haben ihn nicht ſagen laſſen, warum er ſo geredet hat. Vielleicht war ſeine Meinung dieſe: Ich glaube nicht, daß er wahrer Gott iſt, ſofern er von der Jungfrau Maria geboren iſt. — — Eine jede heidniſche „Court“, die doch anſtändig ſein will, würde doch dem Angeklagten jede Gelegenheit geboten haben, alles zu ſagen, was zu ſeinem Vorteil iſt, Heiden, die nur dem bloßen Licht der Natur folgen. Dem wurde entgegnet: Es iſt eben geſagt worden, daß heidniſche Ge⸗ richte gerechter verfahren würden als wir, indem dort die Angeklagten mehr Gelegenheit zur Verantwortung erhielten. Aber giebt's denn eine „Court“, die einem überführten Dieb, den ſie fragt: Haſt du geſtohlen? und von dem ſie die Antwort erhält: Das kann ich nicht einfach mit ja oder nein beantworten, ohne meine Prinzipien erſt zu erklären und darzu⸗ legen, — alſo die einem Dieb geſtattete, erſt ſeine Prinzipien, nach denen er geſtohlen hat, darzulegen? Der Konferenz erſchien es nun als zweckdienlich, die drei Proteſte, worin ſie übereinſtimmen, in eine beſtimmte kurze Form, unter welcher ſie die Konferenz annehmen und zu ihrem Beſchluß machen wolle, zu bringen. Die Formulierung dieſes Beſchluſſes wurde den Paſtoren Adelberg, Tirmenſtein und Beyer aufgetragen, die ſie morgen vormittag vorlegen ſollen. Über einen zweiten Vorſchlag: eine Komitee zu ernennen, welche privatim mit Herrn Prof. Schmidt über den Proteſt und ſeine bedingte Zu⸗ laſſung zu Sitz und Stimme in der Konferenz handeln ſolle, ward noch für und wider geredet, als die Zeit zum Schluß herangekommen war. Man meinte einerſeits, eine ſolche Komitee könne vielleicht wirkſamer und heil⸗ ſamer mit Herrn Prof. Schmidt reden. Andererſeits aber wurde darauf hingewieſen, daß das, was die Komitee als Repräſentantin der Synodal⸗ konferenz thue, von letzterer damit ja ſelbſt gethan werde, und dadurch gehe man ſchon thatſächlich davon ab, was in den Proteſten ſtünde. Etwas ganz anderes ſei es freilich, wenn Herr Prof. Schmidt ſelbſt eine ſolche Komitee wünſche und begehre. Da dies Herr Prof. Schmidt nicht ausdrücklich erklärte, ſo wurde von dieſer Sache abgebrochen. Doch wurde unter anderem auch dies beſtimmt erklärt: Wenn wir auch mit Herrn Prof. Schmidt nicht als Bruder handeln können, ſo könnten wir doch z. B. außerhalb der Synodalkonferenz ein Kolloquium mit ihm halten.