# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S36 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 36 — bei ihnen zwar auch ſolche Fälle als die beiden obengenannten vorgekommen, wie die Diſtrikts⸗Präſides, wenn gewünſcht, würden angeben können; in⸗ deſſen ſeien ja in dieſer Sache 2 oder 3 Beiſpiele ſo gut als 10 bis 20. Dieſe obengenannten beiden Fälle genügten der Konferenz außer Herrn Paſtor Muus. Da nun die Billigkeit erfordert, auch den Gegenpart zu hören, ſo beſchloß die Konferenz, Herrn Prof. Schmidt zu fragen, ob er das geſagte als richtig anerkenne oder ob er glaube, daß etwas nicht richtig dar⸗ geſtellt worden ſei. Auch dies wurde hervorgehoben: Wenn Herr Prof. Schmidt ſich über Thatſachen ausſprechen dürfe, die dieſen zweiten Punkt betreffen, ſo ſolle ihm ſelbſtverſtändlich auch erlaubt ſein, ſich über die im erſten Punkt der Proteſte enthaltenen Thatſachen auszuſprechen. Darauf antwortete Herr Prof. Schmidt: Ich kann mich hier nicht auf die Fakta einlaſſen, ohne über das Prinzip zu reden, von dem ich in meiner Handlungsweiſe ausgegangen bin. Die Konferenz erkannte dies für eine Zuſtimmung an von ſeiten Herrn Prof. Schmidts zu den erwähnten Thatſachen, nur daß er ſie natürlich in ein ganz anderes Licht ſtellen wolle. Wir aber müſſen dies nach Gottes Wort Rottiererei nennen. Und nun bedenke man auch dies: Wenn auf einem Konzil jemand von einem Arianer behauptet hätte, derſelbe habe öffentlich gelehrt: Chriſtus iſt nicht Gott, ſo würde an den Arianer die Frage gerichtet worden ſein: Haſt du das gelehrt? Wenn der nun geſagt hätte: „Ich antworte hierauf nicht, wenn ich nicht auch die Prinzipien dar⸗ legen darf, warum ich ſo geredet habe“; würde das Konzil wohl ſo etwas anerkannt haben? Würde es nicht vielmehr ſagen: Haſt du zugegeben, daß du ſo geredet haſt, ſo iſt die Sache für uns abgethan, deine Prinzipien brauchen wir hier nicht zu hören, die wiſſen wir ſchon längſt, ja wir ſind nun gar nicht in der Lage zu ſagen: Lieber Bruder, nun komm, jetzt wollen wir auch über die Prinzipien reden. Andererſeits wurde auch Verwunderung darüber ausgeſprochen, daß es mit Herrn Prof. Schmidt dahin gekommen iſt, daß er geradezu gegen die Prinzipien handelt in Rückſicht auf Gemeinderechte und fremdes Amt, über die er früher mit uns einig war und die er eifrig verfochten hatte. Daher iſt es auch gar nicht zu begreifen, warum er, der direkt gegen den Zweck der Konferenz gehandelt hat, welcher iſt: „vorkommende Störungen der Einig⸗ keit und Praxis zu beſeitigen“, — warum er, der erſt die Einigkeit vernichtet, dann in die Konferenz kommt und die Uneinigkeit, die er ſelbſt anrichtet, beſeitigen helfen will. Er ſollte doch jetzt der Ehrlichkeit halben offen ſagen: Was ich früher mit euch gelehrt und geglaubt habe, das widerrufe ich jetzt; ich habe nicht mehr den Glauben, den die Konferenz hat. Zu dieſem allem hatte Herr Paſtor Muus folgendes zu bemerken: Wenn hier wiederholt geprieſen wird die Billigkeit und Gerechtigkeit dieſer Konferenz, ſo will ich doch verſuchen, ſie mit einem Exempel zu illuſtrieren,