# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 33 — Es wurde ferner ihm bezeugt, daß er ſich hier ganz in derſelben Weiſe auf die Liebe berufe, wie andere Leute ſich auf ihren Geiſt berufen. Die Liebe fordert aber vor allen Dingen, daß man Gott gehorche, und da hilft es mir nichts, daß ich wider das klare Wort Gottes: Greife nicht in ein fremd Amt! mich auf die Liebe berufe. Was ich in ſolcher Liebe thue, das thue ich ohne Gott, ja, da mache ich mich ſelbſt zu Gott. Luther ſagt: Und wenn ich dächte, ich könnte die ganze Welt ſelig machen, ſo ſoll ich doch nicht dahin gehen, wohin zu gehen mir Gottes Wort unterſagt. Was nun den Vorwurf betrifft, daß durch die Proteſte die Synodal⸗ konferenz geſprengt werde, ſo wurde einmütig bezeugt, daß dies durchaus nicht der Fall ſei, auch durchaus nicht weder beabſichtigt noch durch An⸗ nahme der Proteſte bedingt ſei. Ja, gerade Paſtor Muus iſt ein deutlicher Beweis, daß wir den Zweck der Synodalkonferenz ausführen wollen. Er hat ſich hier öffentlich zu Prof. Schmidts falſchen Lehren bekannt, ja, er hat früher einmal eine Lehre von der Gnadenwahl öffentlich aufgeſtellt, die wohl kaum ein Menſch in der Welt mit ihm teilt. Trotzdem wollen wir gern noch mit ihm handeln. Ja, er iſt gerade ein Objekt für die Synodalkonferenz, die ihn in aller Geduld zurecht zu bringen ſuchen will, und wenn es noch ſo lange dauert. Aber mit Herrn Prof. Schmidt geht das Gewiſſens halber nicht mehr; es ſei denn, daß er ſein Unrecht er⸗ kenne. Man bedenke doch: Prof. Schmidt geht unter anderem in eine Gemeinde und hilft einigen, die ihren Paſtor als Calviniſten ausſchreien, bringt es mit ihnen dahin, daß die Majorität den Paſtor abſetzt und ver⸗ treibt, und nun ſollen dieſe beiden Männer als Brüder hier zuſammenſitzen und beraten, um den lieben Kirchenfrieden zu erhalten. Der alles thut, den Kirchenfrieden zu zerſtören, der fordert hier Sitz und Stimme unter denen, die er für ſeine Feinde hält, und will mit ihnen beraten, wie man den lieben Kirchenfrieden erhalten kann. Nein, das wäre eine reine Komödie. Von ſeiten norwegiſcher Delegaten wurde daher darum gebeten, vor Annahme der Proteſte an Herrn Prof. Schmidt die Frage zu ſtellen, in welcher Eigenſchaft er nach ſeiner Meinung hier erſchienen iſt, ob als ein Feind oder als ein Bruder; ob er es ſo anſehe, daß er hier als Bruder mit Brüdern handeln wolle, oder ob er uns für ſeine Feinde halte. Es beſchloß daher die Konferenz, dieſe Frage einiger Delegaten zu er⸗ lauben und zugleich auch Herrn Prof. Schmidt eine kurze Antwort dar⸗ auf zu geſtatten. Herr Prof. Schmidt erwiderte, daß er auf dieſe Frage nicht ſofort antworten könne und wolle, er bäte aber darum, daß ihm zuvor eine kurze Gegenfrage erlaubt werde, und danach wolle er kurz auf die vor⸗ gelegte Frage antworten. Dieſem wurde jedoch widerſprochen, und obwohl der Vorſchlag zur Vertagung ſchon geſtellt war, ſuchte Prof. Schmidt immer wieder zu reden, trotzdem mehrere Glieder der Konferenz dagegen proteſ⸗ tierten und der Vorſitzer ihm mehrmals zurief: Herr Prof. Schmidt! Sie haben jetzt das Wort nicht.