# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 31 — Ehe jedoch darüber abgeſtimmt werden konnte, entſpann ſich eine längere Debatte. Herr Paſtor B. J. Muus von der Norwegiſchen Synode ver⸗ anlaßte dieſelbe dadurch, daß er zu zeigen ſuchte: ein ſolcher Proteſt von ſeiten der Synodalkonferenz involviere nichts anderes als Aufhebung der Syno⸗ dalkonferenz; man könne ebenſogut den Beſchluß faſſen: Wir wollen jetzt die Konferenz aufbrechen. Dies ſuchte er damit zu begründen: Der Zweck der Synodalkonferenz iſt unter anderem, Einigkeit in der Lehre und Praxis zu befördern und vorkommende Störung derſelben zu beſeitigen. Wenn nun alſo ein Streit in der Lehre vorkommt, da einer zu dem andern ſagen muß: Lieber Bruder, du lehrſt falſch! wie ſoll das anders entſchieden werden, als daß man zuſammenkommt und miteinander disputiert? Nun, ich habe die Synodalkonferenz angeſehen als eine nützliche und notwendige Einrichtung, Lehrſtreitigkeiten zwiſchen Synoden beizulegen, und ich habe mich um dieſes Zwecks willen ehrlich und aufrichtig angeſchloſſen. Jetzt aber iſt ein ſolcher Fall eingetreten, wo einer zu dem andern ſagt: Du lehrſt falſch! und nun ſoll einem Teil durch Proteſt verboten werden, hier zu ſitzen und über die Lehre ſich auszuſprechen. Damit wird der ganze Haupt⸗ zweck der Synodalkonferenz umgeſtoßen und es bekommt dieſer Körper eine ganz andere Aufgabe, bleibt alſo nicht die bisherige Synodalkonferenz. Darum ſage man es doch lieber ehrlich heraus, daß man die Synodalkonfe⸗ renz aufheben will. Dagegen wurde nun erwidert: Man darf unſere Synodalkonſtitution nicht konſtruieren wider die heilige Schrift. Das iſt ja ganz klar, daß wir die Pflicht haben, wenn jemand in eine falſche Lehre fällt, mit ihm zu dis⸗ putieren und ihn zu überzeugen zu ſuchen. Aber wie vielfach iſt das nicht gerade bei Herrn Prof. Schmidt geſchehen! Die Miſſouriſynode hat ſogleich nach Ausbruch des Streites den zeitigen Präſes der Synodalkonferenz ge⸗ beten, eine Extraſitzung derſelben anzuberaumen, damit die Sache beſehen werde. Das hat aber der damalige Präſes nicht gethan. Zudem bedenke man, wie Herrn Prof. Schmidt wiederholt Anerbieten gemacht ſind, pri⸗ vatim den Streit beizulegen. Es iſt ein Kolloquium mit ihm gehalten worden in Columbus ſchon vor drei Jahren; ja, ſelbſt nachdem Herr Prof. Schmidt ſchon öffentlich herausgetreten war mit ſeinem Kampf gegen die miſſouriſche Lehre, hat man doch mit ihm in Milwaukee kolloquiert und ihm auch dann noch fernere Beſprechungen angeboten unter der Bedingung, ſeine bisherige feindſelige Polemik einzuſtellen. Aber Herr Prof. Schmidt er⸗ klärte ſich dazu nicht bereit. Und nachdem er nun als ein erklärter abge⸗ ſagter Feind unſerer Lehre und Synoden aufgetreten iſt und uns und unſere Lehre in aller Welt gebrandmarkt hat, ja uns für Heuchler und gewiſſenloſe gottloſe Menſchen erklärt hat — denn wer von uns (wie z. B. in der letzten frühzeitig und, wie es ſcheint, abſichtlich viel zu früh herausgegebenen Num⸗ mer von „Altes und Neues“ ſteht) ſagt, wir hätten eine Fuchstheologie, das heißt doch offenbar, wir ſeien heuchleriſche, lügneriſche, ſchlaue Betrüger,