# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S25 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 25 — 9. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen: 1. daß die Gnadenwahl nicht in einem bloßen Vorherwiſſen Gottes, welche Menſchen ſelig werden, beſtehe; 2. daß die Gnadenwahl auch nicht der bloße Vorſatz Gottes ſei, die Menſchen zu erlöſen und ſelig zu machen, daher dieſelbe eine allge⸗ meine ſei und ſich insgemein auf alle Menſchen erſtrecke; 3. daß die Gnadenwahl nicht die Zeitgläubigen betreffe (Luk. 8, 13.); 4. daß die Gnadenwahl nicht ein bloßer Ratſchluß Gottes ſei, alle diejenigen, welche bis an das Ende glauben würden, ſelig zu machen; wir verwerfen und verdammen daher die dem entgegenſtehenden Irrlehren der Rationa⸗ liſten, Huberianer und Arminianer von ganzem Herzen. 10. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß die Urſache, welche Gott be⸗ wogen hat, die Auserwählten zu erwählen, allein ſeine Gnade und das Verdienſt JEſu Chriſti und nicht etwas von Gott in den Auserwählten vorausgeſehenes Gutes, ſelbſt nicht der von Gott in denſelben voraus⸗ geſehene Glaube ſei, und verwerfen und verdammen daher die dieſer Lehre entgegenſtehenden Lehren der Pelagianer, Semipelagianer und Syner⸗ giſten als gottesläſterliche, erſchreckliche, das Evangelium und ſomit die ganze chriſtliche Religion umſtoßende Irrlehren. 11. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß die Gnadenwahl nicht das bloße göttliche Vorausſehen oder Vorauswiſſen der Seligkeit der Auserwählten, ſondern auch eine Urſache der Seligkeit derſelben und alles deſſen, was zu derſelben gehört, ſei, und verwerfen und verdammen daher die dem entgegen⸗ ſtehenden Lehren der Arminianer, Socinianer und aller Synergiſten von ganzem Herzen. 12. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß Gott in betreff des Geheim⸗ niſſes der Wahl „noch viel verſchwiegen und verborgen, und allein ſeiner Weisheit und Erkenntnis vorbehalten“ hat, was kein Menſch erforſchen kann noch ſoll, und verwerfen daher, wenn man auch dieſes Nicht⸗Geoffen⸗ barte ergrübeln und, was unſerer Vernunft widerſprechend zu ſein ſcheint, mit ſeiner Vernunft zuſammenreimen will; mag dies nun durch calviniſche oder durch pelagianiſch ſynergiſtiſche Menſchen⸗Lehren geſchehen. 13. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß es nicht nur nicht unnütz oder gar gefährlich, ſondern nötig und heilſam ſei, auch dem Chriſtenvolke die geheimnisvolle Lehre von der Gnadenwahl, ſoweit ſie in Gottes Wort klar geoffenbart iſt, auch öffentlich vorzutragen, und halten wir es daher nicht mit denjenigen, welche dafür halten, daß dieſe Lehre entweder ganz zu ver⸗ ſchweigen oder doch nur unter den Gelehrten darüber zu disputieren ſei.