# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S24 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 24 — 4. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß kein Menſch darum verloren geht, weil ihn Gott nicht habe ſelig machen wollen, mit ſeiner Gnade an ihm vorüber gegangen ſei und weil er ihm nicht auch die Gnade der Be⸗ ſtändigkeit angeboten habe und ihm dieſelbe nicht habe geben wollen, ſon⸗ dern daß alle Menſchen, welche verloren gehen, aus eigener Schuld, nämlich um ihres Unglaubens willen verloren gehen und weil ſie dem Wort und der Gnade bis an das Ende halsſtarrig widerſtrebt haben, welcher „Ver⸗ achtung des Worts iſt nicht die Urſache Gottes Vorſehung (vel prae- scientia vel praedestinatio), ſondern des Menſchen verkehrter Wille, der das Mittel und Werkzeug des Heiligen Geiſtes, ſo ihm Gott durch den Be⸗ ruf vorträgt, von ſich ſtößt und verkehret und dem Heiligen Geiſt, der durchs Wort kräftig ſein will und wirket, widerſtrebet, wie Chriſtus ſpricht: ‚Wie oft habe ich dich verſammeln wollen, und du haſt nicht gewollt‘, Matth. 23, 37.“ (Konkordienbuch S. 713.) Daher verwerfen und verdammen wir die dem entgegenſtehende calviniſche Lehre von ganzem Herzen. 5. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß der Gegenſtand der Gna⸗ denwahl oder Prädeſtination nur die wahrhaft Gläubigen ſind, welche bis ans Ende oder noch am Ende ihres Lebens wahrhaft glauben; wir verwerfen und verdammen daher den Huberiſchen Irrtum, daß die Erwählung nicht eine partikulare, ſondern eine allgemeine ſei und alle Menſchen betreffe. 6. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß der göttliche Ratſchluß der Erwählung unveränderlich ſei, und daß daher kein Auserwählter ein Verworfener werden und verloren gehen könne, ſondern ein jeder Auser⸗ wählter gewißlich ſelig werde; und verwerfen und verdammen daher den dem entgegenſtehenden Huberiſchen Irrtum von ganzem Herzen. 7. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß es thöricht und ſeelengefähr⸗ lich ſei, entweder zu fleiſchlicher Sicherheit oder zur Verzweiflung führe, wenn man vermittelſt Erforſchung des ewigen göttlichen ge⸗ heimen Ratſchluſſes ſeiner Gnadenwahl oder einſtigen ewigen Selig⸗ keit gewiß werden oder ſein will, und verwerfen und verdammen die dem ent⸗ gegenſtehende Lehre als eine verderbliche Schwärmerei von ganzem Herzen. 8. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß ein gläubiger Chriſt ſeiner Erwählung aus Gottes geoffenbartem Willen gewiß zu werden ſuchen ſolle; und verwerfen und verdammen daher die dem entgegenſtehende papiſtiſche Irrlehre, daß man nur durch eine neue unmittelbare Offenbarung ſeiner Erwählung oder Seligkeit gewiß werden und ſein könne, von ganzem Herzen.