# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S23 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 23 — ſo muß ja freilich die Ausführung ebenſo unbedingt und rückſichtslos, ebenſo abſolut ſein. Aber pfui Schande über eine feige, kryptocal⸗ viniſche Fuchstheologie, welche zwar auch ganz dasſelbe lehrt, aber durchaus das Kind nicht beim rechten Namen genannt haben will, weil man ſich der Herkunft und Verwandtſchaft wegen ſchämt.“ So ſchreibt Herr Prof. Schmidt über die Lehre Miſſouris von der Gnadenwahl. Die Allgemeine Synode von Miſſouri, Ohio u. a. St. hat jedoch bei Gelegenheit ihrer Verſammlung im Mai 1881 zu Fort Wayne, gottlob! ihre Lehre von der Gnadenwahl öffentlich vor Gott und ſeiner heiligen Kirche ſo genau ſelbſt beſtimmt, daß ein Mißverſtändnis nicht wohl möglich iſt; ſie hat nämlich 13, die Lehre von der Gnadenwahl enthaltende, ſchon in der zweiten und den folgenden Nummern ihres „Lutheraner“ vom Jahre 1880 veröffentlichte und in ihrem achtzehnten Synodalbericht S. 23ff. aufgenommene Sätze „zum Ausdruck ihres Bekenntniſſes in der Lehre von der Gnadenwahl“ gemacht und ſich zu denſelben einmütig bekannt, allein mit Ausnahme derjenigen Glieder, welche ſie hierauf verlaſſen und ſich zu Herrn Prof. Schmidts Partei geſchlagen haben. Dieſe 13 Sätze ſind auch in Form eines Pamphlets erſchienen und lauten darin wie folgt: Was wir von der Gnadenwahl glauben, lehren und bekennen. 1. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß Gott die ganze Welt von Ewig⸗ keit geliebt, alle Menſchen zur Seligkeit, keinen zur Verdammnis geſchaffen habe und aller Menſchen Seligkeit ernſtlich wolle; und verwerfen und verdammen daher die dem entgegenſtehende calviniſche Lehre von ganzem Herzen. 2. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß der Sohn Gottes für alle Menſchen in die Welt gekommen ſei, aller Menſchen Sünden getragen und gebüßt und alle Menſchen, keinen ausgenommen, vollkommen erlöſt habe; und verwerfen und verdammen daher die dem entgegenſtehende calviniſche Lehre von ganzem Herzen. 3. Satz. Wir glauben, lehren und bekennen, daß Gott alle Menſchen durch die Gnadenmittel ernſtlich, das iſt, mit der Abſicht beruft, daß ſie durch die⸗ ſelben zur Buße und zum Glauben kommen, auch in demſelben bis an das Ende erhalten und alſo endlich ſelig werden, zu welchem Ende ihnen Gott durch die Gnadenmittel die durch Chriſti Genugthuung erworbene Seligkeit und die Kraft, dieſelbe im Glauben zu ergreifen, anbietet; und verwerfen und verdammen daher die dem entgegenſtehende calviniſche Lehre von gan⸗ zem Herzen.