# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 20 — Lehre hienieden mehr zu wünſchen, als zu hoffen iſt. Wir wiſſen, wie wir bereits oben angedeutet haben, ſehr wohl, daß ein Diener der rechtgläubigen Kirche, welcher in Irrtümer, auch ſchwere, fällt, darum nicht ſofort ſeines Amtes zu entſetzen und von der Gemeinſchaft der Rechtgläubigen auszuſchließen iſt. Wir wiſſen ſehr wohl, daß es vielmehr die heilige Liebespflicht rechtgläubiger Chriſten und Kirchendiener iſt, erſt alles zu ver⸗ ſuchen, einem in falſche Lehre gefallenen Bruder und Amtsgenoſſen in Liebe und Sanftmut zurechtzuhelfen. Wir wiſſen daher auch recht gut, wenn es ſich betreffs Herrn Prof. Schmidts nur einfach darum handelte, daß derſelbe in Irrtümer gefallen iſt, wenn auch ſchwere, daß es wider die Liebe und unrecht wäre, demſelben darum ſofort die brüderliche und kirch⸗ liche Gemeinſchaft aufzuſagen und ihn zu meiden. Wir wiſſen recht gut, daß in dieſem Falle nach fruchtloſen privaten Verſuchen gerade die öffent⸗ liche Synodalkonferenz⸗Verſammlung der rechte Ort wäre, wo wir im Verein mit derſelben den letzten Verſuch zu machen hätten, den in Irrtum Geratenen zur verlaſſenen Wahrheit durch Gottes Gnade zurückzu⸗ führen (daher denn auch unſere Synode, ſobald der gegenwärtige Lehrſtreit öffentlich ausbrach, den zeitigen Präſes der Synodalkonferenz, eine Extra⸗ verſammlung derſelben zur Beilegung des ausgebrochenen Streites zu⸗ ſammenzurufen, aber, leider! vergeblich, dringend bat). Wir wiſſen aber auch, daß ein Mann, welcher keineswegs nur von der Wahrheit abgeirrt iſt, ſondern 1. die göttliche Wahrheit als grundſtürzenden Irrtum läſtert, gegen die Bekenner derſelben wie gegen verſtockte Ketzer öffentlich als deren unverſöhnlicher Feind auftritt, ihnen Verwerfung der wichtigſten Grundwahrheiten des chriſtlichen Glaubens, die ſie laut und auf das entſchiedenſte bekennen, und das Feſthalten an den greulichſten Ketzereien, die ſie von Herzen verabſcheuen und ſelbſt verfluchen, öffentlich vor der ganzen Chriſtenheit andichtet, indem er ihnen ſeine rationaliſtiſchen gottesläſterlichen Folgerungen, die er aus ihrer Lehre zieht, als von ihnen gehegte gottesläſterliche Lehren trotz alles ihres Proteſtes zuſchreibt, und welcher 2. in der kirchlichen Gemeinſchaft, in welcher wir mit ihm bis⸗ her geſtanden haben, mit allen ihm zu Gebote ſtehenden Mitteln Trennungen und Spaltungen anzurichten, „die Jünger an ſich zu ziehen“, und ſich einen Anhang zu verſchaffen ſucht, wir wiſſen, ſagen wir, daß ein ſolcher Mann nach Gottes Wort als ein Feind der Wahrheit und ihrer Bekenner und als ein Rottenmacher zu meiden iſt, und daß die von ihm in der ganzen Chriſtenheit als von der Wahrheit Abgefallene, ja, als verſtockte Ketzer Gebrandmarkten, wenn ſie mit ihm ferner kirchliche Gemeinſchaft pflegen, ja, ihn als Mitbeiſitzer in einem ihre kirchliche Gemeinſchaft vertretenden Kollegium neben ſich aner⸗