# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S19 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 19 — und darinnen erhalten wolle. Item, daß er meine Seligkeit ſo wohl und gewiß habe verwahren wollen, weil ſie durch Schwachheit und Bosheit unſeres Fleiſches aus unſern Händen leichtlich könnte verloren oder durch Liſt und Gewalt des Teufels und der Welt daraus geriſſen und genommen werden, daß er dieſelbige in ſeinem ewigen Vorſatz, welcher nicht feilen oder umgeſtoßen wer⸗ den kann, verordnet und in die allmächtige Hand unſers Heilands JEſu Chriſti, daraus uns niemand reißen kann, zu bewahren gelegt hat, Joh. 10.; daher auch Paulus ſagt Röm. 8.: ‚Weil wir nach dem Fürſatz Gottes berufen ſind, wer will uns denn ſcheiden von der Liebe Gottes in Chriſto?‘“ (§ 45—47. S. 714.) In der von unſerer Kirche als richtig anerkannten lateiniſchen Überſetzung lautet der Satz alſo: „Daher baut Paulus die Gewißheit unſerer Seligkeit auf das Fundament des göttlichen Vorſatzes, indem er daraus, daß wir ‚nach dem Vorſatz berufen ſind‘, ſchließt, ‚daß uns niemand ſcheiden könne von der Liebe Gottes, die in Chriſto JEſu iſt, unſerem HErrn.‘“*) Auch von dieſer Irrlehre Herrn Prof. Schmidts, daß kein Gläubiger ſeiner Erwählung, alſo auch ſeiner Seligkeit gewiß werden ſolle noch könne, müſſen wir uns daher hiermit öffentlich und feierlich losſagen. Könnten wir doch ſonſt nicht mehr mit der ganzen heiligen chriſtlichen Kirche aller Zeiten ſprechen: „Ich glaube — ein ewiges Leben“, und unſere lieben Chriſten und ſchon unſere Kinder nicht mehr lehren mit der ganzen rechtgläubigen evangeliſch-lutheriſchen Kirche zu bekennen: „In welcher Chriſtenheit er mir und allen Gläubigen täglich alle Sünden reichlich ver⸗ giebt, und am jüngſten Tage mich und alle Toten auferwecken wird, und mir ſamt allen Gläubigen in Chriſto ein ewiges Leben geben wird. Das iſt gewißlich wahr!“ Ja, müßten wir doch ſonſt auf die fünfte Frage unſerer chriſtlichen Fragſtücke: „Hoffeſt du auch ſelig zu werden?“ anſtatt mit unſerer Kirche: „Ja, ich hoffe es“, antworten: „Nein, ich hoffe es nicht!“ (nämlich nicht mit Glaubensgewißheit. Vergl. „A. u. N.“ I. p. 235, Antitheſe 2.) So gefährlich und verderblich jedoch die falſchen Lehren ſind, in wel⸗ chen Herr Prof. Schmidt hiernach gefangen iſt, ſo würden wir doch allein um dieſer Thatſache willen gegen eine unbedingte Anerkennung Herrn Prof. Schmidts, als eines Beiſitzers unſerer Synodalkonferenz-Verſamm⸗ lung, noch keinen Proteſt erheben, wenn nicht andere Umſtände hinzukämen, welche uns hierzu nötigen. Wir wiſſen recht wohl, daß eine abſolute Einigkeit der Kirche in der *) „Ideo Paulus certitudinem beatitudinis nostrae super fundamentum propositi divini exstruit, cum ex eo, quod ‚secundum propositum vocati sumus‘, colligit, ‚neminem nos posse separare a dilectione Dei, quae est in Christo Jesu, Domino nostro‘.“