# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S18 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 18 — wählet hat durch denſelbigen, ehe der Welt Grund geleget ward.“ (Epheſ. 1, 4.) Ferner den gläubigen Theſſalonichern: „Lieben Brüder, von Gott geliebet, wir wiſſen, wie ihr auserwählet ſeid.“ (1 Theſſ. 1, 4.) Ferner erklärt er denſelben: „Wir aber ſollen Gott danken allezeit um euch, geliebte Brüder, daß euch Gott erwählet hat von Anfang zur Seligkeit.“ (2 Theſſ. 2, 13.) An die gläu⸗ bigen Koloſſer ſchreibt er: „So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen“ ꝛc. (Kol. 3, 12.) Ferner begrüßt Petrus in ſeinem erſten Briefe im 1. Kapitel die Gläu⸗ bigen, an welche er ſchreibt, mit den Worten: „Petrus, ein Apoſtel JEſu Chriſti, den erwählten Fremdlingen hin und her“ (1 Pet. 1, 1.), und bezeugt ihnen im 2. Kapitel: „Ihr ſeid das auserwählte Geſchlecht.“ Wer darf nun behaupten, daß dieſes alles nur leere Verſicherungen ſeien, deren ſich die Gläubigen nicht im Glauben hätten tröſten können, dürfen und ſollen? Aller der Stellen hier nicht zu gedenken, in welchen den Gläubigen die Seligkeit verheißen und die Gewißheit derſelben zugeſprochen wird; wenn z. B., um nur dieſe eine anzuführen, der HErr ſagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne ſie, und ſie folgen mir, und ich gebe ihnen das ewige Leben; und ſie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird ſie mir aus meiner Hand reißen.“ (Joh. 10, 27. 28.) So widerbibliſch aber die Lehre iſt, daß „kein Gläubiger ſeiner Erwählung ge⸗ wiß ſein“ könne, ſo bekenntniswidrig iſt dieſe Lehre zugleich. Wird doch in der Konkordienformel nach Darlegung der Lehre von der Er⸗ wählung hierauf ganz ausführlich gezeigt, wer diejenigen ſeien, welche ſich ihrer Wahl tröſten können, woraus ſie dieſe Gewißheit ſchöpfen ſollen und woraus nicht, und warum dieſelbe ſo wichtig ſei. Denn ſo heißt es da⸗ ſelbſt: „Es gehöret auch dies zu fernerer Erklärung und heilſamem Brauch der Lehre von der Verſehung Gottes zur Seligkeit: weil allein die Auserwählten ſelig werden, deren Namen geſchrieben ſtehen im Buch des Lebens, wie man das wiſſen, woraus und wo⸗ bei erkennen könne, welche die Auserwählten ſind, die ſich dieſer Lehre zum Troſt annehmen können und ſollen.“ (Art. XI. § 25. S. 709.) Die Gewißheit wird alſo darum für ſo wichtig erklärt, weil nur die Auserwählten ſelig werden; weil es alſo gleich ſei, ob man frage: Bin ich ein Auserwählter? oder ob man frage: Werde ich gewiß ſelig werden? Daher ſchließt denn auch die ausführliche Beantwortung der Frage: „Wie man das wiſſen, woraus und wobei er⸗ kennen könne, welche die Auserwählten ſind, die ſich dieſer Lehre zum Troſt annehmen können und ſollen“, mit folgenden Worten: „Es giebt auch alſo dieſe Lehre den ſchönen herrlichen Troſt, daß Gott eines jeden Chriſten Be⸗ kehrung, Gerechtigkeit und Seligkeit ſo hoch ihm angelegen ſein laſſen und es ſo treulich damit gemeint, daß er, ehe der Welt Grund geleget, darüber Rat gehalten und in ſeinem Fürſatz verordnet hat, wie er mich dazu bringen