# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 17 — geoffenbarten Thatſache gewiß ſein, ſondern Gott allein weiß, ob jemand eventualiter im Glauben bis ans Ende beharren wird. 2. Die Lehre, es könne und ſolle jeder Chriſt gewiß ſein, er werde als ein Auserwählter entweder gar nicht aus der Gnade fallen oder doch unfehlbar wieder zum Glauben kommen, und ganz gewiß ſelig wer⸗ den, hat keinen Grund in heiliger Schrift und iſt, inſon⸗ derheit jungen Chriſten, ein höchſt gefährlicher Troſt.“ („Altes und Neues“ I, 235.) In dem die Sätze begleitenden Schreiben (vom 16. Mai 1879) ſchreibt Herr Prof. Schmidt ſogar: „Die ganze Lehre ſollte ich ſelbſtverſtändlich nicht im Umriß geben, ſondern nur die hauptſächlichen Differenzpunkte. Darin hat es ſeinen Grund, daß ich die beiden Theſen, welche von der Wirklichkeit und Wichtigkeit der Gewißheit ſeiner Gna⸗ denwahl handeln, vorangeſtellt habe. Dieſe praktiſche Frage, welche ſo tief in das Glaubensleben des einzelnen, in die öffentliche Pre⸗ digt und in alle Lehre eingreift, iſt mir die bei weitem wichtigſte in der Frage und würde ſelbſt bei ſonſtiger Einigkeit über die Definition der Erwählung nach meinem Dafürhalten doch einen weſentlichen Differenzpunkt bilden.“ Zwar ſagt hier Herr Prof. Schmidt, die Gewißheit ſeiner Erwählung, die er in der zweiten Theſis ganz richtig eine „Glaubensgewißheit“ nennt, habe „keinen Grund in heiliger Schrift“; allein damit widerſpricht er einer ganzen Anzahl ſonnenheller und klarer Schriftſtellen. Chriſtus ſpricht zu den ſiebzig Jüngern: „Darin freuet euch nicht, daß euch die Geiſter unterthan ſind; freuet euch aber, daß eure Namen im Himmel geſchrieben ſind.“ (Luk. 10, 20.) Zu den Apoſteln aber ſpricht der HErr: „Ihr habt mich nicht (οὐχ ὑμεῖς με) erwählt, ſondern ich habe euch erwählet“ (Joh. 15, 16.), und bald danach: „Dieweil ihr nicht von der Welt ſeid, ſondern ich habe euch von der Welt erwählet, darum haſſet euch die Welt.“ (Joh. 15, 19.) Chriſto hierin nachfolgend tröſten daher auch die heiligen Apoſtel die Gläubigen in ihren Gemein⸗ den damit, daß ſie Auserwählte ſeien. Nachdem unter anderem St. Pau⸗ lus die Lehre von der Gnadenwahl abgehandelt hat, fährt er hierauf fort: „Wer will die Auserwählten Gottes beſchuldigen? — Wer will uns ſcheiden von der Liebe Gottes? Trübſal, oder Angſt, oder Verfolgung, oder Hunger, oder Blöße, oder Fährlichkeit, oder Schwert? Wie geſchrieben ſtehet: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir ſind geachtet für Schlachtſchafe. Aber in dem allen überwinden wir weit um des willen, der uns geliebet hat. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürſtentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes, noch keine andere Kreatur mag uns ſcheiden von der Liebe Gottes, die in Chriſto JEſu iſt, unſerem HErrn.“ (Röm. 8, 33. 35—39.) So verſichert ferner derſelbe Apoſtel den Gläubigen zu Epheſus: „Wie er uns denn er⸗