# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S16 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 16 — (Konkordienformel. Declaratio, Art. III. § 52. 53. S. 621.) Wohl er⸗ hebt Herr Prof. Schmidt fort und fort den Anſpruch, gerade mit ſeiner ſynergiſtiſchen Lehre vom freien Willen und der Bekehrung, namentlich mit ſeiner Lehre von der Gnadenwahl und mit ſeinem Kampf wider die ent⸗ gegengeſetzte Lehre die reine Lehre von der Rechtfertigung allein durch den Glauben retten zu müſſen; es iſt dies jedoch nichts anderes, als eine ganz entſetzliche Verblendung; denn da nach ſeiner Lehre Glaube, Seligkeit und Wahl das Wohlverhalten des Menſchen aus eigenen natürlichen Kräften zur „Vorausſetzung“ hat, alſo erſteres von letzerem abhängt, ſo macht er Glaube, Seligkeit und Wahl zu einem teilweiſen Produkt des Men⸗ ſchen. Gottes Wort aber ſagt: „Aus Gnaden ſeid ihr ſelig worden durch den Glauben; und dasſelbige nicht aus euch, Gottes Gabe iſt es; nicht aus den Werken, auf daß ſich nicht jemand ruhme. Denn wir ſind ſein Werk, geſchaffen in Chriſto JEſu zu guten Werken, zu welchen Gott uns zuvor bereitet hat, daß wir darinnen wandeln ſollen.“ (Epheſ. 2, 8—10.) O, es iſt nicht auszuſagen, was Satan mit der Lehre Herrn Prof. Schmidts im Sinne hat! Unter dem Vorgeben und guten Schein, für die Rechtfertigung und Seligkeit allein aus Gnaden durch den Glauben eintreten zu müſſen, durch welchen Schein ſich gar manche auch redliche Seelen nur zu leicht blenden laſſen, will Satan jetzt dieſe Lehre unſerer rechtgläubigen amerikaniſch⸗lutheriſchen Kirche vermittelſt eines heimlichen Kunſtgriffs nehmen und ihr davon nicht mehr als einen trüg⸗ lichen Schein laſſen. Daher wir heute wieder mit unſerem Bekenntnis vor Gott und ſeiner Kirche zu bezeugen gedrungen werden: „Von dieſem Artikel kann man nichts weichen oder nachgeben, es falle Himmel und Erden oder was nicht bleiben will. ‚Denn es iſt kein anderer Name den Menſchen gegeben, dadurch wir können ſelig werden‘, ſpricht Petrus Act. 4, 12. und ‚durch ſeine Wunden ſind wir geheilet‘, Jeſaias 53, 5. Und auf dieſem Artikel ſtehet alles, das wir wider den Pabſt, Teufel und Welt lehren und leben. Darum müſſen wir des gar gewiß ſein und nicht zwei⸗ feln, ſonſt iſt es alles verloren und behält Pabſt und Teufel und alles wider uns den Sieg und Recht.“ (Schmalkald. Art. II. 1. § 5. S. 300.) Eine fernere falſche Lehre von weittragender Bedeutung, deren wir Herrn Prof. Schmidt zeihen müſſen, iſt dieſe, daß kein Gläubiger ſeiner Erwählung gewiß ſein könne. Schon in jenen, wie bereits bemerkt, im Jahre 1879 einem Gliede des Lehrerkollegiums unſeres Seminars zu St. Louis zugeſendeten Theſen und Antitheſen bekannte Herr Prof. Schmidt auch dieſen ſeinen ſchweren Irrtum. So lauteten nämlich ſeine beiden erſten Antitheſen, die er ſelbſt ſeine „Gegenlehre“ nennt: „1. Wird die Erwählung im engſten (resp. dogmatiſchen [!]) Sinne definiert als die von Ewigkeit geſchehene Beſtimmung aller bis ans Ende beharrlich Glau⸗ benden zur unfehlbaren Erlangung der Seligkeit, ſo kann kein Gläu⸗ biger in dieſem Sinne ſeiner Erwählung als einer im Worte Gottes