# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S13 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 13 — und grimmigen Zorn Gottes über die Sünde und Tod nicht ſiehet noch er⸗ kennt, ſondern fähret immer fort in ſeiner Sicherheit, auch wiſſentlich und willig, und kommt darüber in tauſend Gefährlichkeit, endlich in den ewigen Tod und Verdammnis, und da hilft kein Bitten, kein Flehen, kein Vermahnen, ja, auch kein Dräuen, Schelten, ja, alles Lehren und Predigen iſt bei ihm verloren, ehe er durch den Heiligen Geiſt erleuchtet, bekehrt und wiedergeboren wird. ... Da aber ein ſolcher Menſch verachtet des Heiligen Geiſtes Werkzeug, und will nicht hören: ſo geſchieht ihm nicht unrecht, wenn der Heilige Geiſt ihn nicht erleuchtet, ſondern in der Finſternis ſeines Unglaubens ſtecken und verderben läſſet, davon ge⸗ ſchrieben ſtehet: ‚Wie oft habe ich deine Kinder verſammeln wollen, wie eine Henne verſammelt ihre Jungen unter ihre Flügel, und ihr habt nicht gewollt!‘ Matth. 23. Und in dieſem Fall mag man wohl ſagen, daß der Menſch nicht ſei ein Stein oder Block. Denn ein Stein oder Block wider⸗ ſtrebt dem nicht, der ihn beweget, verſtehet auch nicht und empfindet nicht, was mit ihm gehandelt wird, wie ein Menſch Gott, dem HErrn, widerſtrebet mit ſeinem Willen, ſo lang bis er bekehret wird. Und wiewohl Gott den Menſchen nicht zwinget, daß er müſſe fromm wer⸗ den (denn welche allezeit dem Heiligen Geiſt widerſtreben und ſich für und für auch der erkannten Wahrheit widerſetzen, wie Stephanus von den verſtockten Juden redet, Act. 7., die werden nicht bekehrt), jedoch zeucht Gott, der HErr, den Menſchen, welchen er bekehren will, und zeucht ihn alſo, daß aus einem verfinſterten Verſtand ein erleuchteter Verſtand, und aus einem widerſpenſtigen Willen ein gehor⸗ ſamer Wille wird. Und das nennt die Schrift ein ‚neues Herz ſchaf⸗ fen‘.“ (A. a. O. § 6. 7. 18. 19. 21. 58. 59. 60. S. 589 ff.) Daß Herr Profeſſor Schmidt bei dieſer ſeiner falſchen Lehre vom freien Willen und von der Bekehrung unmöglich die rechte Lehre von der Gna⸗ denwahl haben könne, ſondern auch dieſe als Calvinismus verwerfen werde und verwerfen müſſe, und daß dieſe ſeine Verwerfung der rechten Lehre von der Gnadenwahl als eines calviniſtiſchen Irrtums in nichts an⸗ derem, als in jener ſeiner falſchen Lehre vom freien Willen und von der Bekehrung ihren Grund habe, dies alles liegt jetzt ſo zu Tage, daß dies nur offenbare Verblendung leugnen kann. Herr Profeſſor Schmidt hat offenbar nicht ſynergiſtiſche Lehren erſt angenommen, um mit denſelben die bibliſch⸗ſymboliſche Lehre von der Gnadenwahl beſtreiten zu können; ſon⸗ dern umgekehrt, weil Herr Profeſſor Schmidt entweder von Haus aus ein Synergiſt geweſen oder dies doch ſchon vor dem Streit geworden iſt, ſo war es nicht anders möglich, als daß ihm, als die bibliſch⸗lutheriſche Lehre von der Gnadenwahl erſcholl, dieſe eine Thorheit und ein Ärgernis war. Mit ſeiner ſynergiſtiſchen Theorie war es ſchlechterdings unvereinbar, daß die Urſache, warum Gott einen Menſchen erwählt hat und ſelig macht, nur in Gottes Gnade und nicht auch in dem Thun des Menſchen liegen