# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — hauptung auf, daß die Lehre vom freien Willen und von der Bekehrung mit dem ausgebrochenen Lehrſtreit nichts zu thun habe, und wies es als etwas durchaus Ungehöriges ab, dieſe Lehre in den Streit über die Gnaden⸗ wahl mit hineinzuziehen. Schließlich hat er es jedoch ſelbſt zugeſtehen müſſen, daß die Lehre vom freien Willen und von der Bekehrung nicht nur mit der Lehre von der Gnadenwahl in engſtem Zuſammenhang ſtehe, ſondern daß wirklich in dem Artikel vom freien Willen und von der Bekehrung im gegen⸗ wärtigen Streite der eigentliche Differenzpunkt liege. Denn alſo leſen wir in dem von Herrn Prof. Schmidt redigierten Blatte „Altes und Neues“ Jahrg. 1882 Seite 184 mit klaren und deutlichen Worten: „Der eigentliche Differenzpunkt zwiſchen uns und den Miſſouriern iſt dieſer: Miſſouri behauptet, daß das Unterlaſſen des mut⸗ willigen, halsſtarrigen Widerſtrebens, was den Bekeh⸗ rungsakt betrifft, Gnade ſei.“ Ferner ebendaſelbſt Seite 189: „Auch Hunnius ſchreibt“ — mit uns, den Gegnern Miſſouris — „das Unterlaſſen des mutwilligen, halsſtarrigen Widerſtrebens dem Menſchen zu.“ Endlich ebendaſelbſt S. 190: „Miſſouri lehrt, ähnlich wie die Calviniſten, daß Gott auch das mutwillige Widerſtreben ... im Bekehrungsakt überwindet, ihnen den Glauben ſchenkt und bewahrt, und ſetzt nun in dieſer Beziehung für dieſe Perſonen die Urſache ihrer Seligkeit in Gott.“ Deutlicher iſt wohl noch nie ein Synergiſt mit ſeinem Irrtum herausgegangen, als es von ſeiten Herrn Prof. Schmidts mit dieſen Erklärungen geſchieht. Nach Herrn Prof. Schmidts Lehre kann ſelbſt ein vor anderen boshafter Menſch aus ſeinen eigenen natürlichen Kräften ſein boshaftes Herz ändern, und kraft ſeines freien Willens ſein mutwilliges Widerſtreben gegen die innere Bekehrungs⸗ gnade aufgeben, alſo das, was ſeine Bekehrung hindert, ſelbſt aus dem Wege räumen, den „Riegel“, wie einſt die Scholaſtiker ſagten, ſelbſt „hin⸗ wegthun“, ſeinen Widerwillen in Willigkeit ſelbſt umwandeln, ſich ſomit ſelbſt für ſeine Bekehrung entſcheiden und alſo die entſcheidende Urſache ſeiner Seligkeit ſelbſt werden. Zu dieſem allem bedarf nach Herrn Prof. Schmidts Lehre der unbekehrte Menſch keiner Gnade, ja, diejenigen, welche dieſes alles der Gnade Gottes zuſchreiben, lehren nach ihm „ähnlich wie die Calviniſten!“ Daß dieſe Lehre ſchrift⸗ und bekenntniswidrig iſt, bedarf keines Be⸗ weiſes. Was die Schriftwidrigkeit betrifft, ſo erinnern wir nur an folgende Schriftſtellen: „Das Dichten des menſchlichen Herzens iſt böſe von Jugend auf.“ (Gen. 8, 21.) „Da wir tot waren in den Sün⸗ den, hat er uns ſamt Chriſto lebendig gemacht (denn aus Gnaden ſeid ihr ſelig geworden).“ (Eph. 2, 5.) „Gott iſt es, der in euch wirket beide das Wollen und das Vollbringen nach ſeinem Wohlgefallen.“ (Phil. 2, 13.) „Bekehre du mich, ſo werde ich bekehret.“ (Jer. 31, 18.) „Wir ſind ſein Werk, geſchaffen in Chriſto JEſu zu guten Werken,