# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S10 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 10 — ſtoßen, ſondern als Schwache mit großer Geduld getragen, ſie bald mild und freundlich, bald ernſt und ſcharf deswegen geſtraft und unterwieſen und, anſtatt ſie von ſich zu weiſen, ihnen vielmehr die Frage vorgelegt: „Wollt ihr auch weggehen?“ (Joh. 6, 67.) Wie gefährliche Irrtümer hegten ferner viele Glieder der chriſtlichen Gemeinden in Korinth und in Galatien! Und doch hat der heilige Apoſtel von dieſen Gemeinden keines⸗ wegs gefordert, die unter ihnen im Glauben Irrig⸗Gewordenen ſogleich auszuſchließen, ſondern alle Glieder dieſer Gemeinde noch als ſeine „lieben Brüder“ in brünſtigem Liebeseifer ermahnt und geſtraft und ſie als aus Schwachheit Gefallene von ihren Irrtümern zu heilen geſucht. Ein ganz anderes Verfahren hat jedoch derſelbe Apoſtel gegen die⸗ jenigen beobachtet und zu beobachten geheißen, welche nicht nur verderbliche Irrtümer hegten, ſondern die trotz wiederholter Ermahnung und Über⸗ weiſung an ihren Irrtümern hartnäckig und halsſtarrig feſthielten, andere aber an der Wahrheit irre zu machen, Trennung und Ärgernis anzurichten und ſich einen Anhang zu verſchaffen ſuchten. Mit ſolchen hießen die heiligen Apoſtel die rechtgläubigen Chriſten alle brüderliche und kirchliche Gemeinſchaft abbrechen. An Titus ſchreibt Paulus: „Einen ketzeriſchen Menſchen meide, wenn er einmal und abermal ermahnet iſt, und wiſſe, daß ein ſolcher verkehrt iſt und ſündiget, als der ſich ſelbſt verurteilet hat.“ (Tit. 3, 10. 11.) An die Galater ſchreibt derſelbe Apoſtel in Beziehung auf die Verführer derſelben: „Wer euch aber irre macht, der wird ſein Ur⸗ teil tragen, er ſei, wer er wolle.“ (Gal. 5, 10.) Den Römern ruft er zu: „Ich ermahne aber euch, lieben Brüder, daß ihr aufſehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten, neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denſelbigen.“ (Röm. 16, 17.) Die Älteſten zu Epheſus warnt und ermahnt er endlich: „Auch aus euch ſelbſt werden aufſtehen Männer, die da verkehrte Lehre reden, die Jünger an ſich zu ziehen. Darum ſeid wacker.“ (Act. 20, 30. 31.) Dies war es denn, was vorauszuſchicken wir für nötig erachtet haben, ehe wir der Ehrwürdigen Synodalkonferenz die Gründe darlegen, warum wir gegen eine unbedingte fernere Anerkennung Herrn Prof. Schmidts als eines Beiſitzers der Synodalkonferenz⸗Verſammlung Proteſt erhoben haben. Sei es uns nun geſtattet, dieſe unſere Gründe auseinanderzuſetzen. Daß Herr Prof. Schmidt in falſcher Lehre ſtecke, und zwar vor allem in Synergismus, dies wird ſchwerlich jemand leugnen, welcher, was von demſelben in den letzten Jahren in Druck erſchienen iſt, geleſen hat und ſelbſt die Lehre der heiligen Schrift vom freien Willen des Menſchen nach dem Fall vor der Bekehrung auch nur einigermaßen kennt und von Herzen glaubt. Sobald als Herr Prof. Schmidt ſeinen die Gnadenwahlslehre betreffenden Kampf begann, zeigte es ſich auch für jeden Tiefer⸗Blickenden alſobald, daß der eigentliche Grund dieſes ſeines Kämpfens in ſeinem Synergismus liege. Zwar ſtellte er anfänglich die merkwürdige Be⸗