# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1882_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 9 — monien, denn die andere hat, wenn ſonſt in der Lehre und allen derſelben Artikeln, wie auch im rechten Gebrauch der heiligen Sakra⸗ mente miteinander Einigkeit gehalten, nach dem wohlbekannten Spruch: Dissonantia jejunii non dissolvit consonantiam fidei, Ungleich⸗ heit des Faſtens ſoll die Einigkeit im Glauben nicht trennen.“ (Art. X. der Epitome, S. 553. § 7.) Was aber zum andern das notwen⸗ dige Aufgeben der Gemeinſchaft mit falſchen Lehrern betrifft, ſo macht unſere Kirche jene bekannte von Luther in heiligem Eifer für die Reinheit und Einheit des Glaubens abgegebene Erklärung in ihrem Schluß⸗ bekenntnis auch zu der ihrigen: „Ich rechne ſie alle in einen Kuchen, das iſt, für Sakramentierer und Schwärmer, wie ſie auch ſind, die nicht gläu⸗ ben wollen, daß des HErrn Brot im Abendmahl ſei ſein rechter natürlicher Leib, welchen der Gottloſe oder Judas ebenſowohl mündlich empfähet, als St. Petrus und alle Heiligen: wer das (ſage ich) nicht gläuben will, der laſſe mich nur zufrieden, und hoffe bei mir nur keine Gemeinſchaft; da wird nichts anders aus.“ (Konkordienformel, Art. VII. der Declaratio, S. 653. § 33.) Hier iſt jedoch nach Gottes Wort ein doppelter Unterſchied zu machen, erſtlich in Abſicht auf die Beſchaffenheit des Irrtums und zum andern in Abſicht auf die Beſchaffenheit und das Verhalten der irrenden Perſon. Widerſtreitet ein Irrtum weder direkt noch indirekt den Grundlehren des Chriſtentums, iſt er alſo kein fundamentaler, kein grundſtürzender Irr⸗ tum, ſo hebt die Auftauchung desſelben in der Kirche an ſich die Einig⸗ keit derſelben in Glauben, Lehre und Bekenntnis, und ſomit auch die brüderliche, kirchliche und Sakraments⸗Gemeinſchaft nicht auf. Die nur mit einem ſolchen Irrtum Behafteten ſind nach 1 Kor. 3, 10—15. die⸗ jenigen, welche zwar auf den Grund, welcher iſt JEſus Chriſtus, allein bauen, alſo keinen Grundartikel des chriſtlichen Glaubens leugnen, beſtreiten und umſtoßen, aber auf dieſen Grund „Holz, Heu und Stoppeln“ bauen, das iſt, wie die Apologie der Augsburgiſchen Konfeſſion ſagt, „etliche menſchliche Gedanken und Opinionen, mit welchen ſie doch den Grund, Chriſtum, nicht umſtoßen, noch verwerfen, derhalben ſie dennoch Chriſten ſind und werden ihnen ſolche Fehl vergeben, werden auch etwa er⸗ leuchtet und beſſer unterrichtet.“ (S. 155 f. § 20. 21.) Weit entfernt, daß ſolche „Schwache“ zu meiden ſeien, ſo ſagt Gottes Wort vielmehr: „Die Schwachen im Glauben nehmet auf.“ (Röm. 14, 1.) Es ſind jedoch nach Gottes Wort ſelbſt grobe, grundſtürzende Irrtümer noch keineswegs in jedem Falle Grund genug, mit denjenigen, welche die⸗ ſelben hegen und ausſprechen, ſogleich alle brüderliche und kirchliche Ge⸗ meinſchaft abzubrechen. In wie ſchweren Irrtümern waren unter anderem die heiligen Apoſtel vor der wunderbaren Ausgießung des Heiligen Geiſtes über ſie gefangen! Und doch hat der HErr ſie nicht darum von ſich ge⸗