# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1879_S35 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 35 — erhielt mit Angabe der Gründe, weshalb ſie Miſſionar Döſcher berufen habe, wie auch einen Brief Miſſionar Döſcher's, mit Angabe der Gründe, weßhalb er glaube, den Beruf annehmen zu müſſen. Letzterer ſchloß mit den Worten: ‚Hält die Ehrw. Commiſſion dieſe Gründe (wenigſtens theil⸗ weiſe) für triftig, ſo bitte ich hiermit um eine ehrenvolle Entlaſſung aus dem Miſſionsdienſt der Synodalconferenz.‘ Die Commiſſion konnte ſich jedoch durch die angeführten Gründe nicht überzeugen und verweigerte daher die Zuſtimmung zur Annahme des Berufs. Die nächſte Antwort Herrn Miſſionar Döſcher's war die Meldung, daß er den Beruf der St. Johannis⸗ gemeinde angenommen habe, nun aber nicht mehr um Entlaſſung aus dem Dienſte der Miſſion bitte, ſondern die neue Negergemeinde in New Orleans als Filial bedienen, und überhaupt alles, ſo weit es in ſeinen Kräften liege, ausrichten wolle, wozu der Beruf der Commiſſion ihn verpflichte, ausgenom⸗ men, daß er keine Miſſionsreiſen mache. Für dieſe Arbeit unter den Negern verlange er keinen Gehalt. Da nun Ihre Commiſſion ſich gedrungen fühlte, Miſſionar Döſcher ihre Mißbilligung ſeines Verfahrens auszudrücken, und ihm erklärte, daß nach ihrem Dafürhalten ſeine Arbeit als Negermiſſionar neben ſeinem Pfarramt unmöglich ausreichend ſein könne, da die Miſſion jedenfalls aller Kräfte eines Mannes bedürfe, und wir deßhalb verſuchen würden, ſobald als möglich einen andern Miſſionar für New Orleans zu gewinnen, und da wir endlich es verweigerten, ihn in unſerm Auf⸗ trage bei ſeiner neuen Negergemeinde einführen zu laſſen; ſo entſpann ſich daraus ein ſehr unliebſamer Streit. Die neugegründete Negergemeinde wird nach wie vor von Paſt. Döſcher als ſeine Gemeinde mitbedient, wo⸗ bei ihm auch keinerlei Hinderniſſe in den Weg gelegt ſind; er würde ſich ſehr gekränkt fühlen, wenn man den Verſuch machen wollte, ihm „ſeine Negergemeinde“ zu nehmen. An der Schule derſelben arbeitet der farbige Lehrer Mr. Polk. Frl. Döſcher hält nicht mehr Schule. Eine farbige Dame, die von Paſt. Döſcher confirmirt iſt und ihre Nachfolgerin werden ſollte, mußte das Schulehalten nach kurzer Zeit wegen eines Lungenleidens wieder einſtellen. Unſre Verſuche, einen neuen Miſſionar für New Orleans zu gewinnen, blieben bis jetzt leider ohne Erfolg. Ein gewiſſer Paſtor Schmitt, der ſich bei uns zum Miſſionsdienſt meldete, und den wir in Be⸗ zug auf Lehre und Predigt verſuchten, erwies ſich als ein ſchwärmeriſcher, konfuſer Menſch gänzlich unbrauchbar. „Viel erfreulicher entwickelte ſich unſre junge Miſſion in Little Rock, Ark. Der ſchon im vorigen Bericht in Ausſicht geſtellte Kirchbau iſt glücklich vollendet, die kleine Gemeinde wächſt, wenn auch nur langſam, der Kirchenbeſuch iſt ziemlich gut, der Schulbeſuch ſehr gut. Unſere Miſ⸗ ſionsſchule in Little Rock hat einen ſehr guten Ruf und beginnt bereits herrliche Früchte zu zeigen, indem auch hier ſich das heilige Evangelium als eine Kraft Gottes erweiſ't. Da Herrn Paſt. Berg die Arbeit in der Schule zu viel wurde, ſo wurde ihm erſt Herr Student Fr. König vom Concordia