# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1879_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 32 — bare Seuche des gelben Fiebers ärger und länger in den Südſtaaten, in⸗ ſonderheit in New Orleans, wüthete als gewöhnlich, ſo daß es nicht gerathen ſchien, ſich vor Eintritt des Winters dorthin zu begeben. „Nachdem daher Miſſionar Döſcher ſich durch Gottes Hilfe von ſeiner Krankheit ziemlich erholt hatte, beauftragte ihn Ihre Commiſſion auf An⸗ ſuchen unſerer Brüder in Baltimore, Md., daſelbſt den Verſuch zu machen, eine Miſſion unter den Negern ins Leben zu rufen. Der Miſſionar predigte mehrere Male den Negern, Viele zeigten Intereſſe und eine Neger⸗Sonntags⸗ ſchule wurde begonnen. Es bildete ſich auch eine berathende Miſſions⸗ committee in Baltimore, welche die Sache in die Hand nahm und nach des Miſſionars Abreiſe fortſetzte. Von der Sendung eines eigenen Miſſio⸗ nars nach Baltimore mußte Ihre Commiſſion abſehen. Herr Lehrer Spieker ſetzte die Sonntagsſchule wohl ein halbes Jahr lang mit großer Treue fort, wird ſie aber denn doch wohl endlich wegen Mangel an Schülern haben aufgeben müſſen. Ein Beweis, daß, wo Miſſion getrieben werden ſoll, auch ein Miſſionar ſein muß und die Miſſion nicht nebenbei getrieben werden kann. Ueberhaupt iſt Ihre Commiſſion der Anſicht, daß die Südſtaaten der Union das verſprechendſte Feld für unſere Miſſion ſind, wo wir auch Arbeit genug finden können. „Im Monat December vorigen Jahres ſiedelte Miſſionar Döſcher mit ſeiner Familie, beſtehend aus zehn Perſonen, nach New Orleans über. Daſelbſt glücklich angekommen, fand er, daß unſre lieben Brüder die An⸗ fangs des Jahres von ihm gegründete Sonntagsſchule treulich fortgeſetzt und aufrecht erhalten hatten. So konnte er denn die Miſſionsarbeit in der alten „Seemanns⸗Heimath' ſogleich wieder aufnehmen durch Predigt und Sonntagsſchule. Im Januar wurde auch eine Wochenſchule mit 26 Kin⸗ dern eröffnet, welche Zahl aber bald über 100 ſtieg. Der Miſſionar hielt es für nothwendig, noch in einem andern Theil der Stadt, nämlich im 3ten Diſtrict von New Orleans, die Miſſion zu beginnen, weil hier viel verkom⸗ mene Neger wohnen, unter denen noch wenig miſſionirt wurde. Da ein paſſendes Local in dieſem Stadttheil nicht zu finden war, erſchien es ihm als eine Nothwendigkeit, hier ein eigenes Gebäude für die Miſſion zu errich⸗ ten. Aber woher die Mittel nehmen, da die Kirchbaukaſſe leer war und wir anders nicht bauen durften? Bei der Committee für Fieberkranke waren nach Erlöſchung der Seuche noch bedeutende Summen eingegangen, für welche dieſelbe keine Verwendung hatte. Daher wandte ſich der Miſſionar an dieſelbe mit der Bitte, ihm zum Bau einer Miſſionskapelle behülflich zu ſein. Die Committee bewilligte $300.00, ein paſſendes Grundſtück an der Clayborne Straße wurde gepachtet, und ein billiges Framegebäude darauf errichtet. Im März wurde dieſe neue Miſſionskapelle eingeweiht und ſeit der Zeit in derſelben regelmäßig gepredigt und Sonntagsſchule gehalten. „Indeß bedurfte der Miſſionar Hilfe, da ihm die Arbeit, ſonderlich in der Schule, zu viel wurde. Zwar half ihm ſeine Tochter ſo viel als mög⸗