# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1879_S11 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 11 — (wo er ein rechter Prediger iſt), ſondern muß mit Jeremia ſagen und rüh⸗ men Jer. 17, 16.: „HErr, du weißeſt, das aus meinem Munde gangen iſt, das iſt recht und dir gefällig“; ja, mit St. Paulo, allen Apoſteln und Pro⸗ pheten trotziglich ſagen: Haec dixit Dominus, das hat Gott ſelbſt geſagt. Et iterum (und wiederum): Ich bin ein Apoſtel und Prophet JEſu Chriſti geweſen in dieſer Predigt. Hier iſt nicht noth, ja, nicht gut, Vergebung der Sünde zu bitten, als wäre es unrecht gelehret; denn es iſt Gottes und nicht mein Wort, das mir Gott nicht vergeben ſoll noch kann, ſondern beſtätigen, loben, krönen und ſagen: Du haſt gelehret, denn ich hab durch dich geredet und das Wort iſt mein. Wer ſolches nicht rühmen kann von ſeiner Predigt, der laſſe das Predigen anſtehen, denn er leugt gewißlich und läſtert Gott. Wenn das Wort ſollt Sünde oder unrecht ſein, wornach wollte oder könnte ſich das Leben richten? Da würde gewißlich ein Blinder den andern leiten und beide in die Grube fallen, Matth. 15, 14. Wenn die Bleiſchnur oder Winkeleiſen falſch oder krumm ſollt ſein, was wollte oder könnte der Meiſter darnach arbeiten? Da würde eine Krümme die andere machen ohn Ende und Maße. (Wenn ein Prediger ein Lutheraner ſein will, ſo muß er zu Gott ſagen können: Für meine Predigt will ich keine Vergebung haben. Iſt er ſeiner Sache nicht gewiß, ſo iſt er vor Gott doch ein falſcher Lehrer, wenn er auch recht gepredigt hat.) Alſo auch hier kann das Leben wohl Sünde und unrecht ſein, ja, iſt leider allzu unrecht: aber die Lehre muß ſchnurrecht und gewiß ohne alle Sünde ſein. Darum muß in der Kirche nichts, denn allein das gewiſſe, reine und einige Gottes⸗Wort gepredigt werden. Wenn das fehlet, ſo iſt's nicht mehr die Kirche, ſondern des Teufels Schule. (Im Leben können wir alſo nachlaſſen, aber in der Lehre gilt keine Barmherzigkeit und wenn alles zu Trümmern ginge. Denn was hilft eine Kirche des Zweifels, eine Kirche, worin Irrthümer herrſchen dürfen? es iſt beſſer, ſie geht zu Grunde. Wenn Luther auf der einen Seite klagt, daß es in ſeiner Zeit mit der Lebenszucht ſchwach ſtehe, ſo preiſ't er auf der andern Gott, daß es mit der Lehrzucht gut ſtehe.) Das iſt nun alles dahin geredt, daß die Kirche muß allein Gottes Wort lehren und deß gewiß ſein, dadurch ſie der Grund und Pfeiler der Wahrheit und auf den Felſen gebauet, heilig und unſträflich heißt, das iſt, wie man recht und wohl ſagt: Die Kirche kann nicht irren; denn Gottes Wort, welches ſie lehret, kann nicht irren. Was aber anders gelehret, oder Zweifel iſt, ob's Gottes Wort ſei, das kann nicht der Kirchen Lehre ſein.“ (Wider Hans Worſt. Vom J. 1541. XVII, 1680—86.) Der Satz: „Die Kirche kann nicht irren“, iſt alſo kein papiſtiſcher Irr⸗ thum, ſondern lutheriſche Wahrheit und will ſagen: Sobald Einer irrt, hört er auf, ſoweit er irrt, in der Kirche zu ſein, ſeine Predigt iſt nicht die Stimme der Kirche. Wie wir auch von dem Wiedergebornen ſagen, ſofern