# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1879_S9 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 9 — wohl „Weizenfeld“ geſchrieben ſteht, das aber in Wirklichkeit zumeiſt Un⸗ kraut trägt, und ſo wenig wir uns bewegen laſſen, das ein Gaſthaus zu nennen, was eine Ruine iſt, wenn auch das Schild mit dem Namen „Gaſt⸗ haus“ wäre ſtehen geblieben. Wir halten es da, wie die rechtgläubige Kirche zur Zeit der Concordienformel. Da gab es wohl auch Flacianer, Kryptocalviniſten, Geſetzesſtürmer und andere, die alle lutheriſch heißen wollten und annahmen, was ihnen gutdäuchte, je nachdem es die Um⸗ ſtände forderten, während die treuen lutheriſchen Prediger ſich eher verfol⸗ gen ließen, als daß ſie zu deren falſchen Lehren geſchwiegen, dieſelben ge⸗ duldet und ſich zu denſelben gehalten hätten. Die rechten lutheriſchen Prediger hielten ſich vielmehr fern von dieſen und weil ſich die falſchen Lehrer ihnen aufdrängen wollten, da verſchafften ſie ſich Ruhe vor denſel⸗ ben durch die Concordienformel. Dieſe mußten die falſchen Lehrer ent⸗ weder ohne Rückhalt annehmen und ſomit ihre eigenen falſchen Lehren ver⸗ werfen oder ſie fielen unter dem Urtheile der Kirche. Was heißt aber: die Bekenntniſſe ohne Rückhalt annehmen? Das heißt: ſie ſo annehmen, wie die erſten Unterſchreiber der Concordienformel ſie angenommen haben. Wie dieſe ſie aber angenommen haben, bezeugt der Schluß der Concordienformel, der alſo lautet: „Derwegen wir uns vor dem Angeſichte Gottes und der ganzen Chriſtenheit, bei den Jetztlebenden und ſo nach uns kommen werden, bezeuget haben wollen, daß dieſe jetztgethane Erklärung von allen vorgeſetzten und erklärten ſtreitigen Artikeln und kein anderes unſer Glaub, Lehr und Bekenntniß ſei, in wel⸗ cher wir auch durch die Gnade Gottes mit unerſchrockenem Herzen vor dem Richterſtuhl JEſu Chriſti erſcheinen und deshalben Rechenſchaft geben, dar⸗ wider auch nichts heimlich noch öffentlich reden oder ſchreiben wollen, ſon⸗ dern vermittelſt der Gnade Gottes dabei gedenken zu bleiben: haben wir wohlbedächtig, in Gottes Furcht und Anrufung uns mit eignen Händen unterſchrieben.“ Die Kirchengemeinſchaft, welche die Bekenntniſſe nicht ohne Rückhalt annimmt, ja, falſche Lehre und Lehrer duldet, die begeht eine zwiefache Sünde; nämlich einmal, daß ſie überhaupt falſche Lehre hegt, und zum andern, daß ſie die Leute bethören will, ſie ſei doch rechtgläubig, und das iſt Heuchelei, die ſich bitter dadurch rächt, daß ſie nicht ſtille ſtehen läßt, ſondern, weil jede Kirchengemeinſchaft eine Lehrzucht üben muß, end⸗ lich in der Verfolgung der rechtgläubigen Lehrer in der Gemeinſchaft mün⸗ det. Die Conſiſtorien in Deutſchland wünſchen ja auch die Rechtgläubigen in ihrer Mitte zu haben, möchten ſie behalten; aber endlich werden ſie von den Falſchgläubigen in ihrer Mitte zu Handlungen getrieben, wie ſie Licentiat Stöckhardt erleben mußte, nämlich, daß er um ſeines rechtgläu⸗ bigen Zeugniſſes willen gegen die falſchen Lehren und falſchen Lehrer zu Monate langem Gefängniſſe verurtheilt worden iſt. Daraus erhellt doch deutlich genug, daß, wenn die rechtgläubigen Lehrer und Gemeinden keine