# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1879_S8 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 8 — falſche Lehre und das Anſehen der falſchen Lehrer ſei ihnen über den Kopf gewachſen, — ſoll man dann ſolche Gemeinſchaften immer noch als luthe⸗ riſch anerkennen? Gewiß nicht! Eine rechtgläubige Körperſchaft iſt nicht eine ſolche, in deren Mitte Rechtgläubige ſind, ſondern eine ſolche, wie ſie die Augsburgiſche Confeſſion, Art. VII. beſchreibt: „Es wird auch gelehret, daß alle Zeit müſſe Eine heilige chriſtliche Kirche ſein und bleiben, welche iſt die Verſammlung aller Gläubigen, bei welchen das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sacramente laut des Evangelii gereicht werden. Denn dieſes iſt genug zu wahrer Einig⸗ keit der chriſtlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Ver⸗ ſtand das Evangelium gepredigt und die Sacramente dem gött⸗ lichen Wort gemäß gereicht werden.“ Jede Körperſchaft, die das nicht unterſchreiben kann, iſt keine recht⸗ gläubige und davon muß man ſich trennen. Damit ſtimmt auch der X. Artikel der Concordienformel in der „Wiederholung“: „Solchergeſtalt werden die Kirchen von wegen Ungleichheit der Ceremonien, da in chriſtlicher Freiheit eine weniger oder mehr derſelben hat, einander nicht verdammen, wann ſie ſonſt in der Lehre und allen derſelben Artikeln, auch rechtem Gebrauch der heiligen Sacramente mit einander einig.“ Die Augsburgiſche Confeſſion ſagt: „einträchtiglich“ (nicht, daß Etliche darunter ſeien), und die Concordienformel ſagt: „einig“. Wie können wir nun treu ſein gegen unſer Bekenntniß, wenn wir behaupten: es ſei nicht ſo hochnothwendig, die Einheit in der Lehre durch Lehrzucht zu erhalten? Die lutheriſche Kirche iſt die wahre ſichtbare Kirche Gottes auf Erden, weil ſie die Wahrheit hat, weil ſie den Irrthum nicht duldet und ſich darin nicht beſtechen läßt. Gerne wollten wir allen denen, die ſich auf unſer Bekenntniß berufen, die Bruderhand reichen; aber es iſt gefährlich, etwas gegen das Gewiſſen thun, und das iſt wider das Gewiſſen, denen die Bruderhand reichen, die die falſche Lehre dulden können. Sehen wir uns nun nach den amerikaniſchen, lutheriſch ſich nennenden kirchlichen Körperſchaften um, ſo werden wir finden, daß es darin zwar beſſer ſteht, als in den deutſchen Landeskirchen, ſonderlich im General Council, inſofern ſich darin, ſoviel uns bewußt iſt, keine offen⸗ baren Rationaliſten finden. Aber auch ſie geben ſich zufrieden mit dem formellen Bekenntniß, mit dem Bekenntniß auf dem Papier; denn wenn es an die Lehrzucht gehen ſoll, da findet man ſie nicht zu Hauſe, wie ſie ſo⸗ wohl ſelbſt klärlich damit beweiſen, daß ſie Chiliaſten und Solche dulden, die falſch lehren von Kirche und Amt, als auch die nunmehro zwölfjährige zuwartende Stellung der Iowaſynode in dem Council. Dadurch nun, daß ſich das Council lutheriſch nennt, laſſen wir uns nicht verführen, das⸗ ſelbe als eine rechtgläubige Kirchengemeinſchaft anzuerkennen, ſowenig wir ein Feld als ein reines Weizenfeld anerkennen, vor dem auf einem Schilde