# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S45 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 45 — ordnen oder ausſpenden laſſen wollen, damit auch andere Chriſten ihnen zu ſolchem ihrem Eheſtande von Gott Segen und Wohlfahrt erbitten mögen.“ (B. Carpzovii Jurispr. ecclesiast. L. II. fol. 152 s.) Die theologiſche Facultät zu Leipzig wiederum gab immer das ſtrenge Votum ab zur Zerreißung ſolcher Ehen. Im Jahre 1700 ſchrieb dieſelbe: „Ob zwar die Ehe mit der verſtorbenen Frauen leiblicher Schweſter nicht contra jus naturae stricte sic dictum ſei, weil ſonſt Gott der HErr den frommen Patriarchen Jakob, der zugleich zwei Schweſtern, Rahel und Lea, zu Weibern gehabt Gen. 29., nicht dispenſiren können, indem, quod juris naturae, ab essentiali Dei justitia et sanctitate dependirt und alſo prorsus immutabile et indispensabile iſt, 2 Tim. 3, 13., dennoch aber cum jure divino positivo et revelato universali, welches alle Menſchen ohne Unterſchied verbindet, keinesweges beſtehen könne, weil die göttliche Majeſtät ausdrücklich ſagt Lev. 18, 16.: ‚Du ſollſt deines Bruders Weibes‘ ꝛc.“ (A. a. O. S. 629 f.) Und im Jahre 1711: „Obwohl verſchiedene Ehen in gradibus pro- hibitis von der Beſchaffenheit ſind, daß nach deren einmal geſchehener Voll⸗ ziehung der verehelichte Mann bei dem Gebrauch ſeines Weibes et vice versa gelaſſen werden mag, von welcher Art die Ehen im andern Grade ungleicher Linie der Blutsfreundſchaft ſowohl als Schwägerſchaft zu ſein gehalten werden.*) Nicht zwar, als wenn von Menſchen gegen das göttliche Verbot derſelben dispenſirt werden könnte (inmaßen der weltlichen Obrigkeit nicht eingeräumt wird, daß ſie dergleichen Heirathen zu ſchließen verhänge); ſon⸗ dern weil dergleichen einmal geſchloſſene Heirathen tolerirt werden mögen, in Anſehen in dem göttlichen Geſetze Lev. 18. und 20. auf dergleichen keine Lebensſtrafe geſetzt worden, ſondern die Verbundenen bei ihrer Verbindung, unter Bedrohung der Unfruchtbarkeit, beiſammen gelaſſen und der willkür⸗ lichen Strafe der Obrigkeit überlaſſen werden; auch Exempel ſolcher von Gott ſelbſt tolerirten Ehen vorhanden ſind. (cf. Carpzov. Jurispr. consist. l. 2. tit. 6. def. 99. Musaeus, Thes. de conjug. p. 174 s. Baier. Disp. de differeutia dispens. et tolerantiae.)“ (Auserleſ. Bedenken ꝛc. S. 417.) Milder urtheilte Spener: „Wie ich denn ſolches impedimentum, ſo ex lege positiva morali herkommt, pro impedimento matrimonii in- eundi, nicht aber causa rescindendi initum achte: dergleichen einige andere ſich finden mögen.“ (Bedenken, vom J. 1681. II, 552.) Ebenſo Dannhauer: „Es iſt ein großer Unterſchied zwiſchen den Graden der auf⸗ und abſteigenden und der Seitenlinie. Jene ſind indispen⸗ ſabel, dieſe ſind zwar, weil ſie das Moralgeſetz oder poſitive Recht betreffen, dispenſabel, jedoch nicht durch menſchliches Recht, ſondern durch göttliches.“ (Th. casual. p. 271.) Verleſen wurde ſodann der hierhergehörige Abſchnitt aus des Herrn *) Alſo die Tante, Lev. 18, 12. 13. 20, 19., und die Baſe, Lev. 18, 14. 10, 20.