# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S39 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 39 — Spener: „Hierzu kommt noch ferner, daß bis dahin unſere evangeli⸗ ſchen Theologi mit gutem Beſtand gegen die Papiſten dieſe Regel verfochten haben, daß in dem göttlichen Eheverbot 3 Moſ. 18. nicht die Perſonen, ſondern die Grade verboten ſeien; wie nach anderen (maßen er, Gerhard, ſelbſt die berühmten Lehrer Chemnitium, Brentium, Selneccerum, Osian⸗ drum und Bidenbachium anzeucht) ſolchen Satz mit mehreren bisher un⸗ umgeſtoßenen Gründen behauptet hat der berühmte Dr. Gerhard loc. de conjug. n. 275. pag. 40. u. f. Mit welchem es bis daher nicht weniger die nachgefolgten berühmten Lehrer bis auf dieſe Zeit gehalten haben und noch halten; deren allein etliche hie anziehe: Dr: Brochmand, System. T. II. art. 43. p. 566. Dr. König Cas. conscient. p. 779. Dr. B. Menzerus T. II. de conj. p. 1092. Dr. Calov System. art. de conj. p. 358.; alſo auch die ganze theologiſche Facultät zu Wittenberg Consil. T. IV. p. 66. Wo nun dieſes richtig iſt, wie es richtig iſt, ſo mag ſo wenig dergleichen Ehe mit der leiblichen Schwägerin beſtehen, ſo wenig als ſie mit des Bruders Weib beſtehen mag, ſo deutlich zweimal 3 Moſ. 18, 16. 20, 21. verboten wird, womit dieſer Fall in dem Grad gleich iſt. . . Wor⸗ aus einer Seele, welche nicht nur etwa eine Ausflucht und Decke ihrer un⸗ ordentlichen Begierde ſucht, ſondern welche aufrichtig allein dieſes verlangt, zu verſtehen, was der gewiſſeſte Wille des himmliſchen Vaters ſei, um demſel⸗ ben willig zu gehorchen, verhoffentlich zur Genüge und Ueberzeugung ihres Gewiſſens klar werden wird, daß der HErr ſolche Ehe verboten habe. (Be⸗ denken vom J. 1681. II, 539.) Miesler: „Iſt es erlaubt, des verſtorbenen Weibes Schweſter zu ehe⸗ lichen? Nein. — 3. Das Geſetz Lev. 18, 16. iſt klar: ‚Du ſollſt deines Bruders Weibes Schande nicht blößen‘; nun iſt aber dasſelbe Verwandt⸗ ſchaftsverhältniß zwiſchen des verſtorbenen Bruders Weib und des verſtor⸗ benen Weibes Schweſter. Einige werfen ein, hier ſei das Verhältniß ein ungleiches. Dem Weibe werde nicht geſtattet, zwei Brüder hinter einander zu heirathen, wegen Vermengung des Samens, welche in Einem Subject ſtatt finden würde, und alſo wegen der Blutſchande. Einem Mann aber ſei es erlaubt, zwei Schweſtern hinter einander zu heirathen, weil in verſchiede⸗ nen Perſonen der Same nicht vermengt werde. Ich antworte: Das Ver⸗ bot der Grade hängt nicht von der Vermengung des Samens ab (ſonſt könnte Einer Mutter und Tochter hinter einander ehelichen, was ausdrück⸗ lich verboten wird), ſondern von der Nähe des Fleiſches, die in der Schweſter des Weibes ganz dieſelbe iſt.“ (Opus Novum fol. 579.) Punkt 2. wurde angenommen. Ebenſo Punkt 3.: 3. daß die Ehe mit des verſtorbenen Weibes Tochter 3 Moſ. 18, 17. gerade darum, weil ſie des Weibes Fleiſch ſei, verboten iſt.