# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S38 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 38 — auch der Schweſter der Bruder verboten. Denn die Schweſter iſt ebenſo nahe, wie der Bruder. Alſo wie die Schweſter des Vaters verboten wird, ſo iſt offenbar auch der Bruder des Vaters verboten. — Vermöge einer Umkeh⸗ rung auf Grund eines Wech ſelverhältniſſes (per inversionem ex reciproco) zwiſchen Ehegatten kann das Weib, welches ich nicht ehelichen kann, auch mit mir nicht die Ehe ſchließen. Wie denn, wenn der Bruder die Schweſter nicht heirathen darf, alſo auch die Schweſter den Bruder nicht. Desgleichen, weil dem Stiefſohn die Stiefmutter verboten wird, alſo auch die Stiefmut⸗ ter den Stiefſohn nicht ehelichen darf.“ (Loci th. P. III. fol. 207.) Brochmand: „Iſt es erlaubt, ſeines verſtorbenen Weibes Schweſter zu heirathen? Ueber dieſe Frage iſt nach beiden Seiten hin disputirt wor⸗ den. Nicht wenige unter den Rabbinen und die denſelben folgenden Päbſt⸗ ler Bellarmin, Cornelius a Lapide, Fagius, dringen heftig darauf, es ſtehe nichts entgegen, ſeines verſtorbenen Weibes Schweſter zu ehelichen. Dieſe Meinung hat auch Daniel Hofmann durch eine eigene Schrift in Schutz ge⸗ nommen. Unſere Theologen aber halten ſtreng an der entgegengeſetzten Meinung feſt, indem ſie dafür halten, daß es nicht erlaubt ſei, des verſtorbe⸗ nen Weibes Schweſter zu ehelichen. Der Gründe für dieſe Behauptung ſind drei. Erſtlich berufen wir uns auf die Generalregel: ‚Niemand nahe zu der Nächſten ſeines Fleiſches.‘ Nun aber ſind Mann und Weib Ein Fleiſch, Gen. 2, 24. Matth. 19, 5. Daher die Schweſter des Weibes die Nächſte des Fleiſches wird, und, was daraus nothwendiger Weiſe folgt, ſoll man daher einer Ehe mit ihr ſich enthalten. Zum anderen, verbietet Gott ausdrücklich die Verbindung mit des Weibes Schweſter Lev. 18, 18.: ‚Du ſollſt auch deines Weibes Schweſter nicht nehmen.‘ Es werfen zwar die Vertheidiger der entgegengeſetzten Meinung ein: es werde nur verboten, des Weibes Schweſter zu nehmen, ‚weil ſie noch lebet, ihr zuwider‘. Darum wenn der Grund des Verbotes aufhöre, höre das Verbot ſelbſt auf. Hier⸗ auf iſt aber die beſtimmte Antwort: daß zwar abſolut verboten wird, des Weibes Schweſter zu nehmen, vor allem aber, wenn ſie noch am Leben iſt. Daß aber die Ehe mit des Weibes Schweſter abſolut verboten werde, erhellt ſchon daraus, daß dies ein ſpecielles Beiſpiel der Generalregel iſt von Mei⸗ dung der Ehe mit der Nächſten ſeines Fleiſches. Ausdrücklich wird aber hinzugeſetzt, daß dies nicht geſchehen ſolle, dieweil ſie lebet, um des Beiſpiels des Patriarchen Jakob willen, welcher zwei Schweſtern zugleich geheirathet hat, damit niemand dieſe That für ſich anführe. Drittens: es iſt nicht er⸗ laubt, des verſtorbenen Bruders Weib zu ehelichen. Denn die Worte des Heiligen Geiſtes ſind klar Lev. 18, 16. Mit welchem Schein der Wahrheit darf man alſo ſagen, daß es erlaubt ſei, des verſtorbenen Weibes Schweſter zu heirathen? Denn das Verwandtſchaftsverhältniß iſt ein glei⸗ ches; beide ſind nemlich in demſelben erſten Grade gleicher Linie.“ (System. univers. th. Art. 42. c. 4. q. 41. Tom. II. fol. 577.)