# Lehre und Wehre_St. Louis Missouri_Juli 1858_S220 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) 220 Noch einmal: Luther oder Arnd? seres Volkes zu empfehlen. Von der Aufnahme, welche er fände, würde es dann abhängen, ob und welche weitere Schritte in dieser Sache zu thun wären. (Sächs. K.⸗ und Sch.⸗Bl. (Eingesandt von Conr. Schick.) Noch einmal: Luther oder Arnd? Der Aufsatz: „Luther oder Arnd?“ im Februarheft unserer Zeitschrift ist im Gettysburger Kirchenboten in einer Weise angegriffen, daß wir nicht umhin können, einige Worte theils zur Verständigung theils zur Abwehr ungegründeter Vorwürfe darauf zu erwidern. Es ist gewiß, daß durch Arnd in einer Zeit, wo große Massen in der lutherischen Kirche sich mit äußerlicher Rechtgläubigkeit und äußerlicher Kirchlichkeit begnügten und es dabei an der täglichen Buße und am Ernste der Heiligung fehlen ließen, viele zu einem wahrhaft lebendigen Glaubensleben erweckt worden sind, und daß dies auch in den ganzen letzten 200 Jahren unter den verschiedensten Zuständen der Kirche fortwährend geschehen ist und noch geschieht. Arnd ist durch die unermeßliche Wirksamkeit im Dienste des Herrn und seines Wortes als ein besonders hoch begnadigtes und herrlich begabtes Rüstzeug des heiligen Geistes vor aller Welt besiegelt. Es wird darum keinem wahren Christen beikommen, „Arnd's Schriften aus den Händen der Leute verdrängen zu wollen.“ Im Gegentheil, er wird mit Dank gegen Gott die theuere Gabe unserer Kirche, die wir in Arnd's Schriften besitzen, und vor allem das köstliche Kleinod seiner Gebete, die aus einem innig gläubigen und mit Jesu in feuriger Liebe verbundenen Herzen als rechte Ströme des heil. Geistes fließen und darum auch durch ihre wunderbar tröstende und stärkende Kraft mächtig ihren Ursprung bezeugen, nicht blos selbst gebrauchen, sondern auch andere auf diesen himmlischen Schatz aufmerksam machen und sie dazu hinführen, wie dies in unserer Mitte reichlich geschieht. Aber darum sind wir doch als lutherische Christen, die in Sachen des Glaubens und der Lehre keinen andern Herrn haben als Jesum Christum und die sich darum allein seinem Worte, wie es in der heil. Schrift allein vollkommen und ohne menschlichen Irrthum und Schwachheit enthalten ist, als dem Worte des wahrhaftigen Gottes unterwerfen, nicht gehalten, Arnd's Wort ohne Weiteres als Gottes Wort anzunehmen, sondern wir sind verpflichtet, seine Schriften sorgfältig an Gottes Wort zu prüfen, oder was für Lutheraner dasselbe ist, am Bekenntnisse unserer Kirche. Denn wir halten uns ja deswegen zur lutherischen Kirche, weil wir erkannt haben und gewiß sind, daß sie sich zur lauteren Wahrheit des Wortes Gottes bekennt. Finden wir nun bei gewissenhafter Prüfung das, was auch andere lutherische Christen, wie z. B. Johann Gerhard, der im Gegensatz gegen Arnd's wahres Christenthum seine Schola Pietatis geschrieben hat, gefunden haben, daß sich in Arnd's