# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 33 — Scheer des Basar . . findet ſtatt zwiſchen mir und des Weibes Schweſter, zwiſchen mir und der Tante. Hierher gehört daher die Regel, welche in dem Vorwort zu den Geſetzen von den verbotenen Ehen Lev. 18, 6. gegeben iſt: Man ſolle ſich nicht nahen zu irgend einem Scheer des Basar ꝛc.; der letzte Grad wird erwähnt, welcher die erſteren und näheren in ſich ſchließt. Entferntere Verwandtſchaften, als die angegebenen Grade, ſind nicht verboten, z. B. die Ehen der Geſchwiſterkinder, weil ſie nur Basar des Scheer des Basar ſind.“ (Unſchuldige Nachrr. Jahrg. 1710. S. 193. f.) Es iſt ja wahr: es gibt Theologen, unter den Alten z. B. Broch⸗ mand, welche glauben, daß auf die Generalregel allein keine Entſchei⸗ dung zu gründen ſei. Sie kommen aber zu dieſem Reſultat nicht auf Grund des Textes. Der Text iſt ja, richtig verſtanden, ſo klar und einfach, daß man jeden einfachen Chriſten, jeden Jüngling und jede Jungfrau in kurzer Zeit mit Hilfe desſelben unterrichten kann, wie in den verſchiedenſten Fällen zu entſcheiden ſei, ob ein Grad verboten iſt oder nicht. Denn daß Vater und Mutter, Sohn und Tochter, Bruder und Schweſter mein Fleiſch ſind, weiß Jeder; daß Mann und Weib durch die Ehe ein Fleiſch werden, weiß auch jeder Chriſt aus Gottes eigenem Mund. Daraus ergibt ſich aber ganz einfach und ungezwungen, daß meines Weibes Vater, Mutter, Sohn, Toch⸗ ter, Bruder und Schweſter, die meines Weibes Fleiſch ſind, meines Fleiſches Fleiſch ſind. Und eine ſolche Perſon, die meines Weibes Fleiſch, oder mei⸗ nes Vaters Fleiſch, oder meines Sohnes Fleiſch, kurz meines Fleiſches Fleiſch iſt, zur Ehe zu nehmen, verbietet mir eben dieſe einfache Regel: Niemand ſoll ſich, ehelich nämlich, zu ſeines Feiſches Fleiſch thun. Hiergegen iſt nun geſagt worden: „Man ſtimme damit, daß Lev. 18, 6. die Ehe mit der verſtorbenen Frau Schweſter verboten iſt. Aber nur dann könne man dem Beweis dafür beiſtimmen, wenn er ſo geführt werde, wie z. B. Gerhard ihn führt, wenn er ſagt (Loc. de conjugio. ed. Preuss pag. 203): ‚Daß aus göttlichem Recht die Ehe mit des verſtorbenen Wei⸗ bes Schweſter verboten ſei, zeigen wir . . . . 4.) aus der Generalregel Lev. 18, 6.: Niemand ſoll zu der Nächſten ſeines Fleiſches (ad proximam car- nis suae) ſich nahen. Nun aber werden Mann und Weib durch die Ehe ein Fleiſch (Gen. 2, 24. Matth. 19, 5.). Alſo wird die Schweſter des Weibes die Nächſte des Fleiſches: folglich muß man ihrer Ehelichung ſich enthalten.‘ Nicht jedoch könne man jenem Beweiſe aus Lev. 18, 6. zuſtim⸗ men, wenn man nach der Weiſe von Cruſius und Löſcher annimmt, der Ausdruck Fleiſches Fleiſch (שְׁאֵר בְּשָׂרוֹ) bezeichne eigentlich und beſtimmt den 2ten Grad der Verwandtſchaft. Auch Dannhauer und die Leipziger Theo⸗ logen faſſen in den oben angeführten Stellen den Ausdruck ſo, daß auch Bruder und Schweſter, alſo Blutsverwandte im erſten Grad, unter „Flei⸗ ſches Fleiſch“ verſtanden werden könnten, während dies nach der oben ange⸗