# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 31 — Enkelin, und in der Nebenlinie des Bruders Weib und des Weibes Schweſter, ſodann in dem zweiten Grad, nämlich ungleicher Linie, des Vettern Weib; daß alſo eben dadurch erhellet, daß die göttlichen Verbote in der ſo Blut⸗ freundſchaft als Schwägerſchaft ganz gleichſtimmig ſind und in keiner weder mehrere noch weniger Grade verboten ſeien; auf daß wir alſo ſehen, daß der heilige Gott beide Arten gleich gehalten haben will. Vorausgeſetzt dieſes gewiſſen Satzes, ſo iſt nicht unklar, was von gegenwärtigem Fall zu halten iſt. Indem bekanntlich meines Weibes Schweſter meines Fleiſches Fleiſch und derjenigen, mit dero ich ein Fleiſch geweſen bin, nächſte Bluts⸗ freundin iſt. Daß wir alſo ein unzweifenlich göttliches Geſetz wider dieſe Art der Heirath aufzuzeigen haben, indem, ob dieſe Namen nicht ausgedrückt ſind, es eben gleicher Kraft iſt, weil der Fall aus der allgemeinen Regel folgt oder darin begriffen iſt.“ (Bedenken vom J. 1681. II, 538. f.) Ganz ähnlich behandelt Dannhauer den gleichen Fall, indem er ſchreibt: „Das Generalverbot iſt, daß man nicht nahe zum Fleiſche ſeines Fleiſches. Nun iſt aber die Schweſter deines Weibes das Fleiſch deines Fleiſches; denn das Weib iſt mit dir Ein Fleiſch, welche mit der Schweſter Ein Fleiſch; welches Geſetz auch nach des Weibes Abſterben bleibt.“ (Th. casual. p. 276.) Ja, an einer andern Stelle erklärt derſelbe, daß dieſe Regel allein mehr als hinreichend ſei, alle Schwierigkeiten, die in dieſen Sachen entſtehen mögen, zu löſen. Wir laſſen ihn ſelbſt reden: „Ich bitte von Dir eine leichte und kurze Art und Weiſe zu vernehmen, wie alle in den verbotenen Graden verwickelten Knoten aufzulöſen ſeien. — Antworten: Welche Regel kann kürzer und leichter ſein, als jene, welche Jehova ſelbſt (der nicht nur Einmal dieſen ſeinen Namen dem Geſetz an die Spitze ſtellt) öffentlich bekannt gemacht hat? in die wenigen Worte gefaßt Levit. 18, 6.: אִישׁ אִישׁ אֶל־כָּל־שְׁאֵר בְּשָׂרוֹ לֹא תִקְרְבוּ לְגַלּוֹת עֲרְוָ֑ה אֲנִי יְהֹוָה was Luther alſo überſetzt hat: ‚Niemand ſoll ſich zu ſeiner nächſten Blutsfreundin thun‘ ꝛc.; am deutlichſten Gerhard l. 3. de conjug. p. 390: ‚Nemo ad carnem carnis accedat‘ (Niemand nahe ſich zum Fleiſche ſeines Fleiſches). Dieſe Regel iſt, wie ich geſagt habe, — eine leichte (expedita), welche allein, wenn ſie recht verſtanden und um beſſeres Verſtändniſſes willen mit allem dem, was mit ihr in Beziehung ſteht (cum sua cujusque familia ac neces- situdine), verglichen wird, nicht allein alle ſpeciellen Gebote, ſowohl die im Leviticus klar ausgedrückten, als die, welche vermöge einer Wechſelbeziehung dem Sinne nach von gleicher Geltung ſind, mit ihrem Lichte erhellen wird, ſondern auch mehr als hinreichend ſein wird, alle in dieſer Materie ent⸗ ſtandenen ſchwierigen Fragen aufzulöſen. Denn hier iſt ‚Fleiſch meines Fleiſches‘, d. i., ſowohl jenes Fleiſches, welches ich unmittelbar an mir herumtrage, als desjenigen, welches meinem Fleiſches Fleiſche das nächſte iſt, entweder durch die Geburt von Natur, der⸗ gleichen meine Blutsverwandte iſt von einem gemeinſamen Stamm oder