# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S20 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 20 — wo dieſelbe Phraſe von den Antlitzen der Cherubim auf der Bundeslade, 2 Moſ. 26, 5. u. 6., wo ſie von Vorhängen, V. 17., wo ſie von Brettern, Heſek. 1, 9. und 23. und Cap. 3, 13., wo ſie von Flügeln, und Joel 2, 8., wo ſie von Heuſchrecken gebraucht iſt. Wenn wir aber finden, daß eine ſolche Redeweiſe in allen andern Fällen ohne Ausnahme in einer gewiſſen Be⸗ deutung gebraucht iſt, und zwar auch in ſolchen Fällen, aus denen hervor⸗ geht, daß in dieſer Phraſe die Wörter ihre urſprüngliche Bedeutung verloren hatten, ſo wäre es höchſt be enklich, in einem Falle von dem conſtanten Sprachgebrauch abzugehen. In dieſem Sinne ſpricht ſich auch Fecht aus, wenn er ſchreibt: „Es iſt unſtatthaft, daran zu zweifeln, daß Lev. 18, 18., wo es heißt (nach Luthers Ueberſetzung): ‚Du ſollſt auch deines Weibes Schweſter nicht nehmen neben ihr‘ (Mulierem ad sororem non accipito), die ſimultane Polygamie verboten ſei, da jene Redeweiſe אִשָּׁה אֶל־אֲחתָהּ in der ganzen heiligen Schrift, wo ſie ſehr häufig und allein im 26. Cap. des Exodus vier⸗ mal, und nie in einem andern Sinne vorkommt, niemals etwas anderes, als ‚eine zur Anderen‘ bedeutet. Warum ſoll ſie daher allein an dieſer Stelle auf einen anderen und zwar ungebräuchlichen Sinn mit Gewalt ge⸗ zogen werden? da überdies Gott mit Fleiß in dieſem Verſe die Redeform umändert, und während er vorher geſagt hatte: ‚Decke die Blöße deines Vaters nicht auf, decke die Blöße deiner Tante (matertera) nicht auf, decke die Blöße deines Bruders nicht auf‘ und ſo weiter, und ſtets in infinitum, nun ſpricht: ‚Nimm ein Weib zur anderen nicht‘ und die Urſache beifügt: לִצְרֹר zum Aengſtigen, da doch der rechten Frau nicht nur die Schweſter, nach dem Exempel der Rahel und Lea, ſondern jede andere, nach dem Exempel der Hanna, welche daher die Peninna עֲסַתָּהּ, ihre Bedrängerin“ (Luther: Wider⸗ wärtige), nennt 1 Sam. 1, 6., läſtig ſein kann. Wie dunkel aber und un⸗ eigentlich iſt es geſagt: וְאִשָּׁה אֶל־אֲחתָהּ לֹא תקָּח; was heißt das: ‚Und Weib zur Schweſter ſollſt du nicht nehmen‘? Warum hätte Gott nicht vielmehr eigentlich geredet, wenn er eigentlich hätte verſtanden ſein wollen: ולֹא תִקָּח לָךְ אֶשְׁתְּךָ לְאשָּׁה, d. i. du ſollſt nicht nehmen dir die Schweſter deines Weibes zum Weibe? Endlich wie martern und quälen ſich gleichſam die Interpreten in der Auslegung dieſes Zuſatzes zu dieſem Satze: בְּחַיֶּיהָ d. i. weil ſie noch lebet? Damit nemlich daraus nicht der Schluß gezogen werde, daß nach dem Tode des Weibes deren Schweſter geehelicht werden könne, die doch mit dem Manne durch ein ebenſo enges Band des Fleiſches verbunden iſt, wie die vom Bruder hinterlaſſene Wittwe, welche nach dem göttlichen Geſetz nicht ge⸗ ehelicht werden darf! Während nach unſerer Meinung der Sinn aller und jeder Worte ſo hell und klar iſt: daß nur Ein Weib zugleich geehelicht wer⸗ den dürfe, damit nicht aus mehreren unter den Eheleuten eine Verbitterung entſtehe, und daß nach dem Tode derſelben der Mann von dem Geſetze los iſt, welches ihn bei Lebzeiten derſelben verband. 1 Cor. 7, 39. Ich wundere [Das Hebräiſche iſt mit den Punkten wiedergegeben, die bei 600 ppi ſichtbar ſind. Das Wort nach „Peninna“ iſt ohne das anlautende כ von כִּעֲסַתָּה (1 Sam. 1, 6.) gedruckt.]