# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S17 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 17 — insgemein von den gleicheinander entgegengeſetzten Graden oder Stufen. Iſt derohalben dieſes göttliche Verbot nicht ſchlechterdings nur auf die Per⸗ ſonen, ſondern vor allem auf die in gleichem Grad Verwandten zu ziehen.“ (Consilia und Bedenken. Nürnberg, 1689. S. 138.) Freilich. Es iſt gerade, als wenn ich ſage: „Du ſollſt keines der Kinder einer gewiſſen Perſon heirathen: nicht Peter, nicht Paul —“ und höre dann auf, Namen anzuführen. Hörte dann einer, es iſt noch ein Johannes da, ein Bruder des Paul und Peter, ſo müßte er doch auf Grund des voran⸗ geſtellten Generalverbots ſofort ſchließen: alſo auch den Johannes nicht. Dieterich ſchreibt weiter: „Wenn dieſes moſaiſche Verbot nur die ausdrücklich in dem 3. B. Moſ. benenneten Perſonen, nicht aber die in gleichem Grad von einander ſtehenden bezielte, müßte daraus folgen, daß eine fleiſchliche Verknüpfung zugelaſſen ſei zwiſchen einem Enkel und der Großmutter, Großvater und Urenkelin, Bruder und leiblichen Schweſter (wie es etliche auslegen), Schweſter Tochter und Mutter Bruder in Bluts⸗ freundſchaft, Stiefmutter und Stiefſohn in der Schwägerſchaft; weil keine ausdrückliche Meldung dieſer Perſonen geſchieht. Allein dieſes iſt eine un⸗ gereimte Folgerei, muß alſo das Vorhergehende, woraus dieſe Folgerei er⸗ zwungen, noch ungereimter ſein.“ (A. a. O. S. 139. f.) Endlich möge hier noch ſtehen folgende Stelle von Chemnitz: „Es iſt zu zeigen, wie das Verzeichniß (nominatio) jener Perſonen Lev. 18. nach Graden beſtimmt werden könne. Das Fundament hiervon wird in jenem Satz (sententia) Lev. 18, 6. gezeigt, welcher jenen Verboten vorangeſchickt wird, nemlich: ‚Niemand ſoll ſich zu dem Nächſten ſeines Blutes oder ſeines Fleiſches thun‘ (‚Omnis homo ad proximum sanguinis sui vel carnis suæ non accedat‘). Dieſen Satz haben zwar die Papiſten übel verſtanden, es ſei nemlich von allen Blutsverwandten, ſoweit die Verwandtſchaft erkannt wer⸗ den kann, abzuſtehen. (Causa 35. quaest. 4.) Aber der Nachdruck der ebräiſchen Worte שְׁאֵר בְּשָׂרוֹ, d. i., Reliquien ſeines Fleiſches, zeigt, es werde verboten die Nächſte, welche ſeinem Fleiſch am nächſten komme, oder es werde verboten das Fleiſch ſeines Fleiſches, d. i., welche entweder aus meinem Fleiſch abſtammt (propagata est), oder aus deren Fleiſch ich abſtamme, oder welche mit mir aus demſelben Fleiſch abſtammt; daß nemlich auf dieſe Weiſe alle Perſonen meines Fleiſches mir verboten ſind. So iſt Fleiſch meines Fleiſches über mir die Mutter, die Großmutter, unter mir die Tochter, die Enkeltochter; zur Seite der Bruder, die Schweſter, desgleichen des Vaters und der Mutter Schweſter. Und jene Nähe des Fleiſches wird Lev. 21, 2. folgendermaßen aufgezählt: ‚Ein Prieſter ſoll ſich an keinem Todten ſeines Volks ver⸗ unreinigen, ohne לִשְׁאֵרוֹ, an ſeinem Fleiſch und an ſeinen Nahen (propin⸗ quis), d. i. an Vater und Mutter, Sohn und Tochter, auch Bruder und Schweſter, die noch eine Jungfrau iſt.‘ Und Num. 27, 8.: ‚Wenn jemand ſtirbt, und hat nicht Söhne, ſo ſollt ihr ſein Erbe ſeiner Tochter zuwenden;