# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1878_S12 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 12 — lung, da er kraft des Geſetzes von den verbotenen Graden in dem 3. B. Moſ. 18, 8. Cap. 20, 11. einen Corinther, welcher ſeine Stiefmutter geheirathet hatte, nicht nur gewaltig anklagt, ſondern ſogar dem Satan übergeben hat 1 Cor. 5, 1.; in welchem Schriftort denn ſonderlich zu bemerken, daß der Apoſtel dieſe Unthat ſo ſehr verrucht vorſtelle, allweil auch die Heiden nach dem Naturgeſetz einen Abſcheu dafür trügen.“ . . . Dies iſt wohl einer der gewaltigſten Gründe. Wir finden nämlich im Neuen Teſtament ſolche Grade verboten, welche zu den äußerſten gehören, die 3 Moſ. 18. verboten ſind, den Fall mit des Onkels Weib ausgenommen; denn die Stiefmutter ſteht in demſelben Verhältniß wie des Bruders Weib. Sind alſo auch nicht alle Fälle im Neuen Teſtament aufgezählt, die das Alte Teſtament namhaft macht, ſo ſind doch die wenigen, welche vorkommen, ſo zwingend, daß man ſich wundern muß, wie noch Jemand bezweifeln kann, daß jene Eheverbote 3 Moſ. 18. auch im Neuen Teſtament bindend ſind als Moralgeſetze, denen die ganze Menſchheit unterworfen iſt. Beſonders klar iſt die Stelle 1 Cor. 5., zu der Chemnitz in ſeinem Examen Concilii Tridentini Folgendes ſagt: „Es ſcheint, daß bei den Corinthern unter den anderen Disputationen über die Freiheit, daß den Chriſten im Neuen Teſtamente, weil ſie vom Geſetz frei ſeien, alles erlaubt ſei, auch dieſe geweſen ſei, daß zugleich mit den übrigen levitiſchen Geſetzen auch jenes von den im Leviticus verbotenen Graden abgeſchafft ſei; denn unter dem Vorwand dieſer Freiheit hatte einer ſeine Stiefmutter genommen. Paulus aber, indem er 1 Cor. 5. ſagt, daß von einer ſolchen Vermiſchung ſelbſt die Heiden nicht zu ſagen wiſſen, zeigt, daß jene Geſetze von den ver⸗ botenen Graden nicht ceremoniale ſeien, ſondern Gebote des Geſetzes der Natur, welches alle Menſchen und alle Zeiten betreffe. Denn es iſt ein ſehr ſtarker Beweis, daß jene Geſetze im Leviticus zum Geſetz der Natur gehören, weil die heidniſchen Geſetzgeber, denen das göttliche Geſetz unbekannt war, die verbotenen Grade beinahe auf dieſelbe Weiſe zählen. Auch der Täufer, deſſen Amt dem Geſetz die Endſchaft brachte, beſtätigt jene Verbote, denn er ſagt zu Herodes: ‚Es iſt nicht recht, daß du deines Bruders Weib habeſt.‘“ (Exam. Conc. Trid. ad Sess. VIII. can. 3. fol. m. 429 s.) Aber auch die Stelle Marc. 6, 18. beſitzt volle Beweiskraft. Denn ab⸗ geſehen davon, daß wir nicht im Stande ſind zu entſcheiden, ob Philippus zur Zeit, als Herodes von Johannes geſtraft wurde, noch gelebt habe oder nicht, ſo deutet ſowohl der Wortlaut der Stelle ſelbſt als auch der Zuſammen⸗ hang darauf hin, daß es Johannes, wenn er ſagt: „deines Bruders Weib“, darauf ankomme, die ſchlimmſte und ruchloſeſte Art des Ehebruchs zu be⸗ zeichnen, nämlich die Blutſchande. Wäre es dem Täufer darauf angekommen, eine Sünde zu rügen, die damals häufig vorkam, und die vor dem judiſchen Staat keiner Rüge unterworfen war, daß einer ein Weib ehelichte, das ein Anderer mit einem Scheidebrief entlaſſen hatte, ſo hätte er doch wohl geſagt: „Es iſt nicht recht, daß du eines Andern Weib habeſt.“ Nun ſtehen aber