# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S33 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 33 — thum hegt, da die Schrift zeigt, daß Johannis Tauſe die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden geweſen ſei, und Chriſtus keine andere Taufe eingeſetzt hat. Aber Ketzerei iſt noch nicht das, daß jemand einmal von einem klaren Schriftwort abgeht, ſondern der iſt ein Ketzer, der bei Widerſpruch in klaren Lehren wiederholt und immer wiederholt vermahnt und überwunden worden iſt und dennoch bei ſeinem Irrthum verharrt. Doch ſoll man freilich auch z. B. gegen einen Solchen kämpfen, der die Johannistaufe für eine bloße äußere Ceremonie hält; denn Unterſchiede ſolcher Art können ſehr gefährlich werden. Und es iſt gewiß, daß derjenige, welcher, auf die klaren Schriftworte aufmerkſam gemacht, dann ſagt: Ach, was geht mich das an, was Lucas ſagt! — daß ein Solcher dann nicht mehr unter die aus Schwachheit Irrenden zu zählen iſt; denn es taucht hier offenbar ein grundſtürzender Irrthum wider die Inſpiration der heiligen Schrift auf. Man wird auch gewiß demjenigen ſehr ernſtlich in's Gewiſſen reden, der die gänzliche Vernichtung der Welt leugnet, da die Schrift in der ganzen Ausdrucksweiſe über das Ende der Welt offenbar lehrt, daß die Welt gänz⸗ lich zergehen wird. Es iſt auch der hier ausgeſprochene Grundſatz nicht auf ſolche Lehren anzuwenden, die zwar unverfänglich zu ſein ſcheinen, aber doch im tief inne⸗ ren Grunde das Fundament des Glaubens unterwühlen. So ſchreit man z. B. in Deutſchland über unſere Unduldſamkeit in Betreff der Lehre von der Ordination. Man meint, es ſei doch ganz gleichgültig, ob man die Ordi⸗ nation als eine göttliche oder menſchliche Einrichtung anſehe, und kann ſich gar nicht drein finden, daß wir ſagen, ſie iſt nicht von Gott eingeſetzt, und doch auf der anderen Seite ſo ſtreng darauf halten. Aber es iſt der Irr⸗ thum in dieſem Stück nicht ſo unverfänglich, als es ſcheint. Halte ich die Ordination für eine göttliche Einſetzung, ſo folgt daraus, daß, wenn ein Nichtordinirter die Gnadenmittel verwaltet, dieſelben dann nicht kräftig und gültig ſind. Wie ungewiß werde ich dann über die Abſolution, da ich nie wiſſen kann, ob ein richtig Ordinirter mir dieſelbe ertheilt. Bei dieſer Gelegenheit wurde die Frage aufgeworfen, wie man in Diffe⸗ renzen über die Schwägerin⸗Ehe ſich zu verhalten habe. Da aber die Sache von ſo überaus großer Wichtigkeit und von ſchweren Folgen iſt, ſo hielt die Conferenz es für beſſer, darüber etwa beſondere Theſen aufzuſtellen, um wo möglich in dieſem Punkt eine Einigkeit zu erzielen. Zu gleicher Zeit wurde mitgetheilt, daß gerade darüber eine Frage eingereicht ſei und die betreffende Committee der Conferenz paſſende Vorſchläge unterbreiten könnte. Hierauf kam noch folgender caſuiſtiſcher Fall vor: In einer Gemeinde wird beim Kirchbau der Altar ſtatt nach Oſten in den Weſten geſetzt. Das ſtößt ein Glied, welches nahe bei der Kirche wohnt, ſo ſehr, daß es in eine 5 Meilen entfernte lutheriſche Kirche geht, wo zufällig der Altar im Oſten