# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S32 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 32 — zu Chriſto ſandte mit der Frage: Biſt du, der da kommen ſoll, oder ſollen wir eines anderen warten? In ſolchen und ähnlichen Fällen hat niemand gerechten Grund zu ſagen: Ich kann zu dieſer Gemeinde nicht mehr gehören, denn der Prediger lehrt etwas, was ich nicht für richtig halte. Da ſchreibt vielmehr Paulus Röm. 14, 1—9.: „Den Schwachen im Glauben nehmet auf und verwirret die Gewiſſen nicht. Einer glaubt, er möge allerlei eſſen; welcher aber ſchwach iſt, der iſſet Kraut. Welcher iſſet, der verachte den nicht, der da nicht iſſet; und welcher nicht iſſet, der richte den nicht, der da iſſet; denn Gott hat ihn aufgenommen. Wer biſt du, daß du einen fremden Knecht richteſt? Er ſteht oder fällt ſeinem Herrn. Er mag aber wohl aufgerichtet werden; denn Gott kann ihn wohl aufrichten. Einer hält einen Tag vor den andern; der andere aber hält alle Tage gleich. Ein jeglicher ſei in ſeiner Meinung gewiß. Welcher auf die Tage hält, der thut's dem HErrn; und welcher nichts darauf hält, der thut's auch dem HErrn. Welcher iſſet, der iſſet dem HErrn, denn er danket Gott; welcher nicht iſſet, der iſſet dem HErrn nicht und danket Gott. Denn unſer keiner lebt ihm ſelber und keiner ſtirbt ihm ſelber. Leben wir, ſo leben wir dem HErrn; ſterben wir, ſo ſterben wir dem HErrn. Darum wir leben oder ſterben, ſo ſind wir des HErrn. Denn dazu iſt Chriſtus auch geſtorben und auferſtan⸗ den und wieder lebendig worden, daß er über Todte und Lebendige Herr ſei.“ Diejenigen alſo, welche in der römiſchen Gemeinde eine beſſere Erkennt⸗ niß hatten, durften ſich keineswegs von den Andern trennen. Darum ſagt auch unſere Theſis: „In dieſem, wie in dem erſten Falle, würde die Veränderung eine Spaltung, ein Schisma, eine Separation ſein und die ſich trennenden Schismatiker, Separatiſten werden Altar gegen Altar errichten.“ Damit ſtimmen überein Pauli Worte 1 Cor. 1, 10. und 11, 18. 19., in welchen Stellen er das Wort σχίσμα braucht d. h. eine Spaltung wider die Liebe. Unſere Kirche hat ſich daher auch immer mißbilligend gegen ſolche Spal⸗ tung ausgeſprochen und nie die kirchliche Gemeinſchaft um ſolcher obigen Differenzen willen aufgehoben. Chemnitz führt das Princip ſo entſchieden durch, daß er auch den zu dulden und zu tragen verlangt, der die Johannistaufe nur für eine äußere Ceremonie halte, darin keine Vergebung der Sünden mitgetheilt worden ſei. Chemnitz gibt als Grund dafür an, weil dieſe Anſicht jetzt keinen Einfluß auf unſer Heil haben könne, da es keine Johannistaufe mehr gibt. Man ſieht daraus: es kann Einer einen recht garſtigen Irrthum haben und dennoch darf man ihm deshalb noch nicht gleich die kirchliche Gemeinſchaft aufſagen. Denn es iſt gewiß wunderlich, wenn jemand in Bezug auf die Johannistaufe dieſen durch die Papiſten im Tridentinum beſtätigten Irr⸗