# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S31 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 31 — oder mittelbar, durch gewiſſe Schlußfolgerungen. Nicht fundamentale Ueberzeugungen ſind daher ſolche, die den Grund des Glaubens nicht be⸗ treffen, die keinen Einfluß haben auf die gewiſſe Zuverſicht meines Herzens, daß ich einen gnädigen Gott habe und ſelig ſterben kann. Beiſpiele hierzu ſind unter anderen: a. Wenn jemand meint, die in der Offenbarung St. Johannis ge⸗ weiſſagten tauſend Jahre beginnen mit Conſtantin dem Großen, und ein Anderer läßt ſie mit Luther da anfangen, von wo an das Evangelium in aller Welt gepredigt wurde. Das betrifft den Grund des Glaubens nicht. Sobald aber heutzutage jemand dieſe tauſend Jahre noch in die Zukunft legt und in Folge deſſen lehrt: „Der jüngſte Tag kommt noch lange nicht, es muß zuvor noch eine Auferſtehung der Todten erfolgen“ ꝛc. ꝛc. — ſobald dies ge⸗ lehrt wird, ſo wird damit das Fundament des Glaubens erſchüttert. b. Man hat ferner unter den Theologen viel darüber nachgedacht, was eigentlich das himmliſche Gut in der heiligen Taufe ſei. Da im heiligen Abendmahl beides, ein Gnadengut, nämlich die Vergebung der Sünden, und ein himmliſches Gut, nämlich Chriſti Leib und Blut, vorhanden iſt (was man wohl unterſcheiden muß), ſo hat man ſich auch gefragt, was neben dem Gnadengut der heiligen Taufe, nämlich der Vergebung der Sünden, das himmliſche Gut in der Taufe ſei. Nun kann man das ja wohl zu⸗ geben, daß es ein himmliſches Gut auch in der Taufe gebe; aber da die heilige Schrift darüber kein klares Wort gibt, ſo wird man mit dem keinen kirchen⸗ trennenden Streit anfangen, der anderer Meinung iſt. Wie verſchieden ſind nicht die Meinungen über das in der Taufe etwa befindliche himmliſche Gut! Die Einen, auf Joh. 3, 5. ſich ſtützend, halten den Heiligen Geiſt für das himmliſche Gut. Aber wer will entſcheiden, ob der Heilige Geiſt nun auch auf dieſelbe Weiſe in der Taufe iſt, wie der Leib und das Blut Chriſti im heiligen Abendmahl? Andere geben als himmliſches Gut in der Taufe den Namen Gottes an, was freilich etwas Sonderbares iſt; wieder Andere das bei der Taufe gebrauchte Wort der Einſetzung, und endlich auch die heilige Dreieinigkeit ſelbſt. Dies alles aber betrifft nicht das Fundament des Glaubens. c. Es herrſcht auch unter den Theologen eine Meinungsverſchiedenheit darüber, ob die Welt am jüngſten Tage ganz vergehen oder nur in eine neue ſchönere Erde verwandelt, alſo verklärt werde. d. Welche große Verſchiedenheit findet man in der Deutung des Groſchens bei dem Gleichniß von den Arbeitern im Weinberge des HErrn! So lange nur jemand nicht ſagt, der Groſchen ſei das ewige Leben, betrifft es das Fundament des Glaubens nicht. Jene Auslegung aber iſt offenbar wider den Grund des Glaubens. Denn iſt der Groſchen das ewige Leben, ſo folgt daraus, daß ich mir das ewige Leben erwerben kann. e. Hierher gehört auch als eine nicht fundamentale Ueberzeugung, ob Johannes der Täufer gezweifelt oder nicht gezweifelt habe, als er ſeine Jünger