# Synodical Conference Convention Proceedings_St. Louis Missouri_1877_S29 # AI-corrected against the scan — CHI Digital Archive (demonstration) — 29 — ἐν ὑμῖν ποίμνιον τοῦ θεοῦ 1 Pet. 5, 2.), ihren clerus, ihre portio gregis Dominici, den beſonderen ihnen zugefallenen Theil des Volkes Gottes (V. 3.), ihre beſondere Gemeinde haben, unter welche allein ſie der Heilige Geiſt, die⸗ ſelbe zu weiden, geſetzt hat (Act. 20, 28.), über deren Seelen ſie daher auch wachen und für die ſie einſt Rechenſchaft geben ſollen (Ebr. 13, 17.). Theſis 4. Wer oder wie viele zu dem Sprengel eines jeden Predigers d. i. zu ſeiner Parochie gehören ſollen, iſt nicht in Gottes Wort beſtimmt, iſt daher an ſich nicht juris divini, ſondern humani, und ſomit Sache der chriſtlichen Freiheit und des Uebereinkommens (Gal. 2, 9.). Theſis 5. Nach apoſtoliſchem Vorgang, die Aelteſten oder Pfarrer κατὰ πόλιν d. i. ſtädteweiſe, von Stadt zu Stadt, von Ort zu Ort einzuſetzen (Tit. 1, 5.), ſollten die Parochieen oder Pfarreien nicht durch eine willkürliche Anzahl von Köpfen und wechſelnden Perſonen beſtimmt, ſondern geographiſch begrenzt ſein und ihr eignes Territorium haben; daher nennt denn die Schrift die Kirchen oder Gemeinden nie nach ihren Predigern, ſondern nach Orten, nach Häuſern (Röm. 16, 5.), Städten (1 Cor. 1, 2. 1 Theſſ. 1, 1. Offb. 2, 1. ff.), Provinzen (Gal. 1, 2.), Ländergebieten und Völkerſchaften (Gal. 1, 22. Röm. 16, 14. ἐκκλησίας τῶν ἐθνῶν). Theſis 6. Rechtgläubige Prediger führen ihr Amt an Chriſti Statt (2 Cor. 5, 20.); wer daher da wohnt, wo er Gelegenheit hat, des Dienſtes eines rechtgläubigen Pfarrers, als ſeines Pfarrers, zu genießen, und ſich desſelben nicht gebraucht, der verachtet nicht blos einen Menſchen, ſondern Chriſtum (Luc. 10, 16.). Theſis 7. Wo die Grenzen verſchiedener Parochieen zuſammenfließen, da gibt die Sorge für die eigene Seele und die Förderung des Reiches Gottes den Aus⸗ ſchlag, an welche derſelben man ſich anzuſchließen habe, wobei zugleich nicht nur die Nähe oder Entfernung von dem Predigtplatz, ſondern auch die größere Leichtigkeit oder Schwierigkeit, denſelben zu erreichen, natürlich auch die Sprache, in Betracht kommt; denn wo der Glaube nicht beſtimmt, da ſoll die Liebe das Richtmaß ſein (1 Cor. 16, 14.). Theſis 8. Da die Parochialgrenzen nicht urſprünglich von Gott beſtimmt, alſo nicht an ſich göttlichen Rechtes ſind, ſo können ſie pro re nata (nach Um⸗ ſtänden) verändert werden, d. i. eine Parochie kann in mehrere getheilt, Filiale